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Erthel
(Ertl, Ertelius), P. Sebastian OSB
* ca. 1555 Mariazell/St,
† 13.7.1618 Garsten/OÖ.
Geistlicher und Komponist.
Trat, nachdem er sich am Kampf gegen die Türken beteiligt hatte, bald nach 1589 in das Kloster Garsten ein. 1598 wurde E. aushilfsweise Pfarrer von Gaflenz/OÖ, doch folgte er 1599 dem Ruf des Abtes von St. Lambrecht/St, Martin Alopitius, als Instruktor der Sängerknaben und Komponist nach Mariazell (1601–03). Ab 1605 bis zu seinem Tod war E. wiederum in Garsten. Obwohl E. seine Werke für den Gebrauch an seiner jeweiligen Wirkungsstätte schrieb, wurden sie gedruckt und weit über den Klosterbereich (Klosterkultur) bekannt. E. stand in der Tradition der Schule von G. Gabrieli, doch reichen seine Werke über diese hinaus und integrierten ebenfalls Elemente des neuen italienischen (barocken) Stiles; E. war der erste Komponist des süddeutsch-österreichischen Raumes, der Continuo (Generalbass) verwendete.W: Symphoniae sacrae, Messen, Hymnen, Motetten, Orgelwerke (z. B. Sacrosanctum magnae et intemeratae virginis canticum).
Lit. [Kat.] Musik i. d. St. 1980; A. Kollbacher,
Musikpflege in Mariazell
1995; MGG 6 (2001); StMl 1962–66; Kellner 1956; NGroveD 8 (2001).
ETH
[ Zuletzt aktualisiert: 2011/10/10 12:23:54 ]
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