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Marx, Marx, true Joseph Rupert Rudolf
* 1882 -05-1111.5.1882 Graz, † 1964 -09-033.9.1964 Graz. Komponist, Musikpädagoge, Publizist. Neben kurzen Studien an der Schule des Musikvereins für Steiermark (Violine, Musiktheorie bei E. W. Degner) überwiegend autodidaktische Auseinandersetzung mit musiktheoretischen (Ludwig Bussler, Hugo Riemann) und kompositionstechnischen Fragen; große Vorbilder waren Max Reger, Claude Debussy und Alexander Skrjabin. Um 1910 Profilierung in erster Linie als Liederkomponist, darauf Komposition kammermusikalischer (1911–18) und orchestraler (1919–32) Werke, wobei die Verwurzelung in der Tonalität (die er für naturgegeben hielt) nie verlassen wurde. 1914–52 Lehrer für Komposition, Harmonielehre und Kontrapunkt an der Akademie bzw. (ab 1924) Hochschule für Musik und darstellende Kunst Wien (1922–24 Leiter der MAkad., 1924–27 erster Rektor der MHSch.), 1946–57 Honorarprof. am musikwissenschaftlichen Institut der Universität Graz. Ab 1932 als weiterer Schwerpunkt die publizistische Ebene, dominiert durch zahlreiche polemische Artikel gegen die musikalische Moderne (A. Schönberg-Kreis, Igor Strawinsky, Paul Hindemith). War M. in den 1940/50er Jahren noch der meistaufgeführte lebende österreichische Komponist, geriet sein Werk bis auf die Lieder nach seinem Tod schnell in Vergessenheit und wurde erst in den letzten Jahren teilweise wiederentdeckt. Er war Präsident des Österreichischen Komponistenbundes (1930–38 u. 1947–64), der DTÖ (1946–64) und der AKM (1950–64).
Gedenkstätten
Ehrengrab (Zentralfriedhof, Wien XI); J.-M.-Straße (Graz XI, Mariatrost); Denkmal im Grazer Stadtpark; Gedenktafeln an seinem Geburts- (Graz II, Rechbauerstraße 15) u. Wohnhaus (Wien III, Traungasse 6); Gedenktafel im Foyer der Kunstuniv. Graz; J.-M.-Weg (Grambach bei Graz/St).
Ehrungen
Hofrat 1923; Großes Silbernes Ehrenzeichen der Republik Österreich 1928; Ehrenring der Stadt Graz; Ehrenbürger der Stadt Graz 1932; Ehrenring der Stadt Wien 1942; Dr. h. c. der Univ. Wien 1947; Bürger der Stadt Wien 1947; Ehrenmitglied der AKM 1947; Großer Österr. Staatspreis 1951; Preis der Stadt Wien für Musik 1952; Ehrenmitglied der Österr. Akad. der Wissenschaften 1956; Joseph-Marx-Musikpreis des Landes Steiermark 1956; Österr. Ehrenzeichen für Wissenschaft u. Kunst 1957; Ehrenmitglied der MUniv.en Wien, Graz (1963) u. des Österreichischen Komponistenbundes; Widmungsträger von R. Kattniggs Quartett Nr. II in e-moll, op. 4.
Werke
ca. 150 Lieder für Singstimme mit Klavierbegleitung, Chorwerke (Herbstchor an Pan, Morgengesang), Klavierstücke (Albumblatt, Humoreske, Arabeske, Ballade), Kammermusik (3 Streichquartette, 2 Klavierquartette), Orchesterwerke (Romantisches Klavierkonzert, Eine Herbstsymphonie, Nordlandrhapsodie, Castelli romani); Bearbeiter von Werken J. S. Bachs u. H. Wolfs.
Schriften
Über die Funktion von Intervall, Harmonie und Melodie beim Erfassen von Tonkomplexen, Diss. Graz 1909; Harmonielehre. Regelbuch I 1933 (gem. m. F. Bayer); Kontrapunktlehre. Regelbuch II 1935 (gem. m. F. Bayer); Betrachtungen eines romantischen Realisten. Gesammelte Aufsätze, Vorträge u. Reden über Musik hg. v. O. Ortner 1947; Weltsprache Musik 1964; zahlreiche Feuilletons und Musikkritiken, v. a. im Neuen Wr. Journal (ab 1932) und in der Wr. Ztg. (ab 1945).
Literatur
J. Bistron, J. M. 1923; A. Liess, J. M. 1943; E. Werba, J. M. 1964; E. Schenk in Almanach der Österr. Akad. der Wissenschaften 1967; Th. Leibnitz, Österr. Spätromantiker 1986; Ch. Khittl in C. Ottner (Hg.), Kammermusik zwischen den Weltkriegen 1995; A. Holzer, „Nicht alles, was tönt, ist auch - Musik.“ J. M., Hüter der Tradition, Diss. Graz 1999; NGroveD 16 (2001); MGG 8 (1960) u. 16 (1979).

Autor(en)
Andreas Holzer
Empfohlene Zitierweise
Andreas Holzer, Art. „Marx, Joseph Rupert Rudolf‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]