Messner, Joseph
* 27.2.1893 Schwaz/T, † 23.2.1969 St. Jakob a. Thurn/Sb. Domkapellmeister, Organist, Komponist. Ab 1905 Sängerknabe am Salzburger Dom, Musikunterricht beim Domkapellmeister H. Spies. 1913–16 Studium der Theologie in Salzburg und Innsbruck, 1916 Priesterweihe, erste Kompositionen (Lieder op. 1–3). Zunächst als Seelsorger tätig, 1918/19 Studium an der Akad. der Tonkunst in München/D (Komposition bei Friedrich Klose, Orgel bei Josef Becht). 1918 erster großer Erfolg mit der Messe in D op. 4 unter Einbeziehung von Chromatik und Leitmotivtechnik als Absage an den Cäcilianismus. Nach Studienabschluss freischaffender Künstler in München, ab 1922 2. Domorganist in Salzburg, daneben ausgedehnte Konzerttourneen, wobei er als hervorragender Improvisator an der Orgel galt. Bereits in den 1920er Jahren als Komponist v. a. auch in Deutschland erfolgreich, nach anfänglichen Stilexperimenten im Gefolge von Max Reger und Paul Hindemith erfolgte zu Beginn der 1930er Jahre eine Hinwendung zu einer von der Spätromantik beeinflussten Tonsprache, teilweise in bewusster Anlehnung an A. Bruckner sowie an die Salzburger Barocktradition. 1926–69 Domkapellmeister in Salzburg als Nachfolger von F. X. Gruber (II), wo ihm die Pflege von orchesterbegleiteter Kirchenmusik ein Anliegen war. 1926 initiierte er die Domkonzerte als fixen Programmpunkt der Salzburger Festspiele .
P: Großer Österr. Staatspreis für Musik 1936; Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich 1957; Österr. Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse 1963; Goldenes Verdienstzeichen des Landes Salzburg 1968.
W: 4 Opern (Hadassa, Deutsches Recht, Ines, Agnes Bernauer), Oratorium Die vier letzten Dinge, 3 Symphonien, Konzerte (Sinfonietta f. Kl. u. Orch., Violinkonzert, Cellokonzert), Klavierwerke, Kammermusik, Bläserwerke, Fanfaren (u. a. Salzburger Festspiel-Fanfare), Lieder, Chorwerke, Bühnenmusik zu Jedermann; Kirchenmusik (lat. u. dt. Messen, Proprien, Te Deum, Stabat mater).
Lit: MGG 9 (1961); NGroveD 16 (2001); A. Pachovsky, J. M. Leben und Werk unter besonderer Berücksichtigung seines kirchenmusikalischen Schaffens, Diss. Wien 1990 [mit WV].


APa  
[ Zuletzt aktualisiert: 2010/03/22 09:12:07 ]

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Quelle: Österreichisches Musiklexikon, Kommission für Musikforschung
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