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Neubach, Neubach, true Ernst (Pseud.e Ernest Neuville; Roxy [gem. m. Robert Gilbert])
* 1900-01-033.1.1900 Wien, † 1968-05-2121.5.1968 München/D. Schriftsteller, Textdichter, Regisseur. Der Sohn eines Eisenbahnbeamten besuchte Volks- und Bürgerschule sowie Handelsakademie. Im Frühjahr 1918 vier Wochen beim IR Nr. 4 im Ersten Weltkrieg, danach schied er als untauglich aus dem Heer aus. Ab 1918 arbeitete er zunächst als Plakatkleber, bald als Kabarettautor und Schlagertexter, u. a. für F. Raymond (Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren, gem. m. F. Löhner) und schrieb auch einige Operettenlibretti. In den 1920er Jahren wohnte er v. a. in Berlin und Wien, kurzzeitig auch in München und Amsterdam und trat als Conférencier auf, so im Herbst 1923 im Wiener Kabarett Simpl. Zum Tonfilm kam er über Schlagertexte, später schrieb er auch Drehbücher und arbeitete als Produzent. Für seinen Freund J. Schmidt, den er 1932 kennen gelernt hatte, schrieb er das Filmdrehbuch zu Ein Lied geht um die Welt sowie mehrere Schlagertexte. 1934 Rückkehr nach Wien, wo er an mehreren Filmen mitwirkte, u. a. als Drehbuchautor und Produzent von Vorstadtvarieté (1934). Ein geplantes Filmprojekt über die Schrammeln (Schrammelmusik) konnte nicht verwirklicht werden. Im März 1937 wurde er Mitglied der Vaterländischen Front. Am 13. März 1938 gelang ihm die Flucht (Exil) über die Schweiz nach Frankreich. Er ließ sich zunächst in Paris nieder, wurde 1939 interniert, nach Meslay-du-Maine transportiert und verpflichtete sich als Soldat zweiter Klasse auf Kriegsdauer für die Fremdenlegion. Nach Zwangsarbeit beim Bau der Transsaharabahn in Nordafrika wurde er im November 1940 entlassen, ging zurück nach Südfrankreich, von wo er im September 1942 in die Schweiz flüchtete und in Zollikon interniert wurde. Drei Jahre später ging er zurück nach Frankreich, arbeitete als Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent. Ab 1952 war er auch wieder in Deutschland tätig, v. a. als Regisseur von Unterhaltungs- und Schlagerfilmen. Sein Bruder Robert (* 9.4.1891 Wien, † 18.2.1943 KZ Auschwitz [Oświęcim/PL]) war Schauspieler und Theaterdirektor. Während seines Exils in Frankreich wurde er zunächst interniert und später ins KZ Auschwitz deportiert.
Schriften
Flugsand. Dokumentarischer Roman eines Heimatlosen 1945; Mein Freund [Albert] Göring, in Aktuell 24.2.1962.
Werke
Operettenlibretti (gem. m. Pordes-Milo [= Alexander Siegmund Pordes]: Miß Blaubart [M: H. May] 1922; gem. m. Ernst Wengraf: Es war einmal in Jena [M: F. Raymond] 1927, Hotel Stadt Lemberg [M: Jean Gilbert] 1929); Schlagertexte (gem. m. F. Löhner: Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren, [M: F. Raymond], Johann Strauß, geh‘ schau mal ‘runter [M: F. Schwarz], In einer kleinen Konditorei [M: F. Raymond], Wien, du Stadt der Lieder [M: H. May], Die Fenster auf – der Lenz ist da [M: H. May nach J. Strauß],Einmal kommt einer [M: A. Guttmann], Ein Lied geht um die Welt [M: H. May], Heut’ ist der schönste Tag in meinem Leben [M: H. May]; Filmdrehbücher (Wien, du Stadt der Lieder 1930, In Wien hab’ ich einmal ein Mädel geliebt 1931, Heut’ spielt der Strauß – Kaiserwalzer 1932, Ein Lied geht um die Welt 1933, Heut’ ist der schönste Tag in meinem Leben 1936, Ich hab’ mein Herz in Heidelberg verloren 1952, Der Kaiser und das Wäschermädel 1957).
Literatur
K. Weniger, „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben…“ 2011; H. Veigl/I. Fink (Hg.), Verbannt, verbrannt, vergessen und verkannt 2012; Kosch 2 (1960); www.lexm.uni-hamburg.de (6/2014); www.imdb.com (6/2014); Mitt. Archiv Univ. Wien; eigene Recherchen.

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Neubach, Ernst (Pseud.e Ernest Neuville; Roxy [gem. m. Robert Gilbert])‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 04/09/2014]