Logo IKM
OeML Schriftzug
Logo OeML
Logo Verlag

Rafael Rafael Ignaz Wenzel: (Raffael, Raphael), Familie
Ignaz Wenzel: * 1762 -10-1616.10.1762 Münchengrätz/Böhmen (Mnichovo Hradiste/CZ), 1799 -04-2323.4.1799 Wien. Organist, Sänger, Komponist, Beamter. Sohn des Münchengrätzer Schullehrers Franz Anton R. († nach 1799). Absolvierte nach erstem Klavier- und Gesangunterricht in seinem Heimatort die philosophischen Studien an der Prager Univ. und trat in das Zisterzienserstift Hohenfurth (Vyšší Brod/CZ) ein. Ein begonnenes Theologiestudium brach er 1785 ab, trat aus dem Orden aus und widmete sich ganz der Musik. Er war in der Folge als Organist, Sänger und Violinist in Prag tätig, später wechselte er zu einem Theaterorchester nach Budapest. Nach einigen Jahren übersiedelte er nach Wien, wo er eine Anstellung im K. k. geheimen Kammerzahlamt (1794 bereits dort) erhielt und nebenbei als Sänger, Pianist und Komponist tätig war.
Werke
Ballette (Das Veilchenfest 1795, Pygmalion), Melodram (Virginia), Te Deum, Lieder, Kanons, Märsche, Klaviermusik.


Sein Bruder Franz: * ca. 1766 Münchengrätz?, † 28.9.1839 Senftenberg/Böhmen (Žamberk/CZ). Kantor. War Kantor in Senftenberg.

Dessen Sohn Karl Franz (Carl Friedrich): * 1795 Senftenberg, † 14.11.1864 Pettau/Untersteiermark (Ptuj/SLO). Sänger (Bass), Dirigent, Komponist, Musikpädagoge. Nach Kontrabassstudien am Prager Konservatorium trat er zunächst ins Orchester des Brünner Theaters ein, wechselte jedoch bald zum Gesang. Als Sänger trat er in mehreren Städten in Erscheinung, zuletzt 1816–28 in Breslau (Wrocław/PL), wo er 1837 zum Theaterkapellmeister avancierte. Nach Engagements als Dirigent und Chordirektor in Troppau und Brünn begab er sich mit einer Operngesellschaft auf Reisen, die ihn 1843 nach Marburg a. d. Drau (Maribor/SLO) und Pettau führten. In Pettau wirkte er bis 1845 wiederum als Theaterkapellmeister, danach als Musiklehrer.


Werke
Singspiel (Strašidlo ve mlejně [Das Gespenst in der Mühle] 1814), Messe, 2 Requien, kleinere Kirchenmusik, Lieder, Ouvertüren, Märsche, Ballette.


Dessen Sohn Franz Xaver: * 12.2.1816 Troppau, † 19.4.1867 Graz. Dirigent und Komponist. Erhielt Musikunterricht von seinem Vater und vom Domorganisten Joseph Ignaz Schnabel in Breslau. Anschließend als Chordirigent in Breslau und Brünn tätig, wirkte er 1839–44 als Kapellmeister in Olmütz (Olomouc/CZ) und Brünn. 1844–52 Kapellmeister am Nationaltheater in Innsbruck, wo er 1846–52 auch Dirigent der Schützenmusikkapelle und 1848 Musiklehrer des späteren K.s Franz Joseph I. war. 1852 ging R. an das landständische Theater in Linz, 1855 nach Budapest und 1857 nach Graz. In Graz wirkte er als Kapellmeister am ständischen Theater und 1864–68 auch am Thaliatheater (neben C. Millöcker) sowie als Chormeister des Grazer MGV.s (Männergesang).


Werke
Opern (Das Forsthaus 1838, Der Siebenjährige Krieg 1848, Heinrich der Finkler 1860, Wittekind [UA Graz 1961]), Operetten (In der Spinnstube 1864, Burschenschwänke 1865), Messe.
Literatur
LdM 2000; ÖBL 8 (1983); DBEM 2003; GerberNTL 3 (1813/14) [Raphael]; Wurzbach 24 (1872); Wr. Ztg. 5.2.1794, 27.4., 11.5. u. 8.6.1799; Mendel-R. 8 (1877) [Raphael]; StMl 1962–66; Dlabacž 1815 [Raffael]; EitnerQ 8 (1902) [Raffael]; WStLA (Portheim-Kat.; Verlassenschaftsabhandlung v. I. W. R.; TBP 1799).

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Rafael (Raffael, Raphael), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]