Zenggl (Zänckl, Zängel, Zanggl), Narzissus (Narcissus)
* ca. 1555 Augsburg/D, † nach 1608 (Ort?). Organist und Komponist. War wohl verwandt mit dem gleichnamigen Schulmeister in Augsburg († vor 1568), bis 1571 unter O. di Lasso Kantoreiknabe in München/D. Von einer (Studien-)Reise nach Frankreich (1573) zurückgekehrt, wurde er Organist im Kloster Roggenburg bei Ulm/D. Er widmete Erzhzg. Ferdinand II. von Tirol eine Messe und bewarb sich nach kurzer Zeit als Sänger in Innsbruck offenbar erfolglos um eine Stelle in der hiesigen Hofkapelle oder als Organist; um 1585 war er Kammermusiker von Jakob Fugger in Augsburg (v. a. durch Widmungen belegt). 1590–99 stand Z. als Kapellmeister in Diensten der Grafen v. Hohenzollern-Hechingen bzw. Hohenzollern-Sigmaringen, anschließend könnte er nach Wien gekommen sein, wo 1602 seine Messensammlung Cantiones sacrae, quas vulgo Missas appellant erschien, die er Paul Schönebener, dem Abt des Zisterzienserstiftes Heiligenkreuz widmete.
W: 6 Parodiemessen f. 6–8 Stimmen (Cantiones sacrae), Missa super „Sonno scendesti in terra“ f. 5 Stimmen u. B. c. (in Johannes Donfrieds Corolla musica Missarum [Straßburg 1628]), Motette Maria fein, hat deinnen leib leib f. 5 Stimmen (in B. Klingensteins Rosetum Marianum [Dillingen 1604]); weitere Werke verloren.
Lit: NGroveD 27 (2001) [Zängel]; MGG 14 (1968) [Zängel]; E. F. Schmid, Musik an den schwäbischen Zollernhöfen der Renaissance 1962; Senn 1954; EitnerQ 10 (1904) [Zänckl, Zanggl]; A. Niemetz, 800 Jahre Musikpflege in Heiligenkreuz 1977; MGÖ 1 (1995).


RF/ChF  
[ Zuletzt aktualisiert: 2010/10/11 13:26:17 ]

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Quelle: Österreichisches Musiklexikon, Kommission für Musikforschung
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