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Lanz, Lanz, Jakob Familie
Jakob (I): * 1766-05-1111.5.1766 Michaelnbach/OÖ, † 1829-03-1919.3.1829 Michaelnbach. Lehrer. War 1788–1829 Schullehrer in Michaelnbach, wo vor ihm sein Vater Johann Georg 1760–88 gewirkt hatte.

Seine Söhne

Franz Karl: * 4.11.1789 Michaelnbach, † 5.5.1849 Waizenkirchen/OÖ. Lehrer. Erhielt 1805 das Gehilfen- und 1810 das Lehrbefähigungszeugnis. Spätestens ab 1810 war er in Waizenkirchen tätig.

Anton (I): * 23.12.1794 Michaelnbach, † 8.6.1887 Linz. Lehrer. Wirkte mindestens 1825–46 in Andrichsfurt/OÖ und ca. 1856 in Molln/OÖ. Zuletzt bis 1871 in Pergkirchen/OÖ, danach lebte er in Linz, wo er als pensionierter Oberlehrer starb.


Literatur
R. Steblin in K. Petermayr/E. W. Partsch (Hg.), Streifzüge 2 (2011); [Linzer] Tages-Post 24.1.1872, 4; Linzer Volksbl. 22.4.1871, 2, 15.6.1887, 4; Taufbuch der Pfarre Michaelnbach 1740–76, pag. 148, 1788–1821, pag. 147, 149, 152; Sterbebuch-Duplikat der Pfarre Michaelnbach 1829; Sterbebuch-Duplikat der Pfarre Waizenkirchen 1849; Trauungsbuch 1787–1824 der Pfarre Waizenkirchen, pag. 158; Trauungsbuch 1785–1846 der Pfarre Andrichsfurt, pag. 16, 19; eigene Recherchen (Lehrer-Verzeichnisse der Diözese Linz 1838, 1846, 1856).


Joseph: * 20.1.1797 Michaelnbach, † 9.9.1873 Wien. Musiker. Erste musikalische Ausbildung auf verschiedenen Instrumenten durch den Vater. Bereits als Kind erste Kompositionsversuche, seine kompositorische Ausbildung erfolgte im Wesentlichen autodidakt. Im Alter von 13 Jahren Schulgehilfe in Grieskirchen/OÖ, Fortsetzung der Instrumentalstudien, daneben Tätigkeit als Tanzmusiker, später Rückkehr zum Vater. Ab 1815 Stiftsmusiker in St. Peter, wo er zunächst an verschiedenen Instrumenten eingesetzt wurde und in der Folge zum Ersten Geiger, Theaterkapellmeister und Musikdirektor des literarisch-gesellschaftlichen Vereines Museum aufstieg. Darüber hinaus konzertierte L. auf der Violine und dem Klavier und unterrichtete Klavier, Violine, Gitarre und Gesang. Im September 1824 ging L. nach Wien, wo er als gefragter Klavierlehrer (u. a. von C. Filtsch) und Komponist tätig wurde. Versuche, eine Anstellung am Kärntnertortheater oder als Chorregent zu erlangen, schlugen fehl. Über J. M. Vogl lernte er Fr. Schubert kennen, mit dem er bald freundschaftlich verbunden war. Gemeinsam nahmen sie bei S. Sechter im November 1828 eine Unterrichtsstunde in doppeltem Kontrapunkt auf der Basis von Friedrich Wilhelm Marpurgs Abhandlung von der Fuge; Schuberts plötzlicher Tod verhinderte eine geplante gemeinsame Fortsetzung des Unterrichts. Neben seinen kompositorischen Werken verfasste L. auch mehrere musiktheoretische Schriften, u. a. eine Arbeit über die Notenschlüssel, die Sechter in der Allgemeinen Wiener Musik-Zeitung (Nr. 126, 1841, 528) positiv besprach. Durch diese Schrift sollte das System der Notenschlüssel auf die einfachsten Grundsätze zurückgeführt werden: Einführung eines neuen c-Schlüssels, der das Notenlesen erleichtern soll, da der Ton c in jeder Oktavlage auf der mittleren Linie zu stehen kommt und die entsprechende Oktavlage durch zusätzliche Zeichen angegeben wird (s. Abb.).


Schriften
u. a. Das System der Musik-Schlüssel auf die einfachsten Grundsätze zurückgeführt, wodurch die Einheit des Schlüssels und größere Bestimmtheit, Deutlichkeit und Bequemlichkeit in der Tonhöhenbezeichnung erzielt wird 1842; Bemerkungen über den dritten Klang (terzo suono) (Ms., Wienbibliothek); Ms., verschollen: Anleitungen zum Klavierstimmen und zum Akkordeon-Spiel; Grundlage oder System der Tonkunst; Versuch eines Leitfadens beim Unterricht im Volks-Männergesang.
Werke
Kirchenmusik; Kammermusik; Lieder; etwa 45 Werke gedruckt; NA zweier Rondino op. 9 für Git. solo, hg. v. M. Rennert 1992/93.
Literatur
R. Steblin in K. Petermayr/E. W. Partsch (Hg.), Streifzüge 2 (2011); R. Steblin/F. Stocken in Music & Letters 88/2 (2007); Wurzbach 14 (1865); J. Wolf, Hb. der Notationskunde 2 (1919), 311 u. 343; M. Rennert, Vorwort zur erwähnten Neuausgabe; Eneuerte vaterländische Bll. f. den österr. Kaiserstaat 28.5.1817, Intelligenzbl.; Taufbuch 1788–1821 der Pfarre Michaelnbach, pag. 150.


Ernest: * 11.1.1801 Michaelnbach, † 10.7.1876 Pfarrhofheuberg bei Peuerbach/OÖ. Lehrer. Er besuchte die Präparandie in Linz, erhielt 1818 das Gehilfenzeugnis, wurde 1821 adjustiert, war ca. 1826 Gehilfe an der Dom- und Stadtpfarrschule Linz und bekam 1829 das Lehrbefähigungszeugnis. 1829–46 folgte er dem Vater in Michaelnbach nach, 1846–72 war E. L. Schullehrer in Peuerbach.

Jakob (II): * 16.3.1817 Michaelnbach, † nach 1856 (Ort?). Lehrer. War ca. 1838 Gehilfe bei seinem Bruder E. L., dem er 1846 kurzzeitig als Provisor nachfolgte. Um 1856 war er nach wie vor Schulgehilfe in seinem Geburtsort.


Literatur
Lit: R. Steblin in K. Petermayr/E. W. Partsch (Hg.), Streifzüge 2 (2011); Taufbuch der Pfarre Michaelnbach 1788–1821, pag. 152, 164; Sterbebuch-Duplikat der Pfarre Peuerbach 1876; eigene Recherchen (Lehrer-Verzeichnisse der Diözese Linz 1838, 1846, 1856).


Franz Karls Söhne

Maximilian Joseph: * 23.4.1813 Waizenkirchen, † 23.10.1883 Waizenkirchen. Lehrer. Erhielt das Gehilfenzeugnis 1829, wurde 1837 adjustiert, war 1838 Gehilfe in Grieskirchen und spätestens ab 1846 Lehrer in seinem Geburtsort. J. E. Habert war hier 1857–60 sein Unterlehrer. 1872 zum Oberlehrer ernannt.


Literatur
Lit: [Linzer] Tages-Post 22.9.1872, 3, 25.10.1883, 3; Die Lyra 15.4.1897, 3; Taufbuch 1811–23 der Pfarre Waizenkirchen, pag. 31f; Sterbebuch-Duplikat der Pfarre Waizenkirchen 1883; eigene Recherchen (Lehrer-Verzeichnisse der Diözese Linz 1838, 1846, 1856).


Franz Alois: * 25.3.1815 Waizenkirchen, † 18.8.1849 Mainz/D. Musiker, Sänger (Bariton), Gesangpädagoge. Absolvierte 1832–34 die philosophischen Studien in Kremsmünster, wo er auch als Stiftsmusiker wirkte. 1840 gab er in Linz sein Bühnendebüt, 1841/42 war er am Stadttheater Aachen/D und 1842–44 in Mainz engagiert. Nach Beendigung der Bühnenkarriere wirkte er als Gesangpädagoge. 1844 sang er gemeinsam mit seinem Bruder E. L. in Kremsmünster.


Literatur
Kellner 1956; Österr. Morgenbl. 4.4.1840, 164; Der Humorist 25.9.1840, 780; Linzer Ztg. 20.11.1840, 747; Taufbuch 1811–23 der Pfarre Waizenkirchen, pag. 57f; eigene Recherchen (Bühnen-Almanache).


Franz Carl: * 8.9.1817 Waizenkirchen, † nach 1838 (Ort?). Lehrer. Ist um 1838 als Gehilfe in Waizenkirchen belegt.


Literatur
Taufbuch 1811–23 der Pfarre Waizenkirchen, pag. 101f; eigene Recherchen (Lehrer-Verzeichnis der Diözese Linz 1838).


Engelbert: * 23.9.1820 Waizenkirchen, † 12.10.1904 Linz. Lehrer und Komponist. Nach Ausbildung zum Lehrer in Linz (Musikunterricht bei J. A. Dürrnberger) war L. ab 1838 im Schuldienst in Buchkirchen bei Wels, ab 1840 in Kirchberg bei Kremsmünster und im dortigen Stift auch als Kanzlist und Bassist tätig. 1843 bewarb er sich erfolglos um die Stelle des Dom- und Stadtpfarrorganisten nach J. B. Schiedermayr in Linz, bei einem weiteren Versuch 1850 unterlag er A. Bruckner. 1845 gründete L. in Kremsmünster eine Liedertafel, ging dort 1847 als Gehilfe an die Hauptschule (ab 1853 Lehrer) und gleichzeitig als Musiklehrer an das Gymnasial-Konvikt. 1846 soll er am „Conservatorium in Wien das Zeugnis als öffentlicher Lehrer der Harmonielehre und des Clavierspieles“ ([Linzer] Tages-Post 18.3.1897, 3) erworben haben. Ab 1855 wirkte L. in Linz an der Normalhauptschule (spätere Lehrerbildungsanstalt). Als Oberleiter (Musikdirektor) des Musikvereins (1860–63 [Nachfolge A. M. Storchs] und 1866–72; 1860–63 auch Gesanglehrer und 1869–71 Klavierlehrer) und Chormeister des Kränzchens (zumindest 1858–61) bzw. der Liedertafel „Frohsinn“ (1861–63; Mitglied seit 1855) kam er u. a. wieder mit A. Bruckner in Kontakt; beide planten kurzzeitig die Gründung einer Gesangs-Akad. L. bereitete 1869 die UA von Bruckners Messe in e-Moll vor. Selbst komponierte L. u. a. 1862 ein achtstimmiges Offertorium zur Grundsteinlegung des Neuen Domes in Linz. S. Sechter widmete ihm 1865 eine Messe in Es-Dur für Männerquartett.


Ehrungen
Goldenes Verdienstkreuz 1887; Ehrenmitglied des Linzer Musikvereins 1872.
Werke
Messen (Messe in B-Dur 1846, Messe in B-Dur 1891, Bearb. der Missa „Iste Confessor“ von Giovanni Pierluigi da Palestrina 1900); Gradualien und Offertorien (Misit deus 1862, Locus iste 1889, Os justi 1895); weitere Kirchenmusik (Tantum ergo, Marienlieder, Der 125. Psalm f. Chor und Orch. 1846); Kantaten; Chöre; Lieder (Östreich, du edles Haus); Streichquartett 1897; Klaviermusik; Gesangbuch mit Melodien […] Hg. von der Lehrer-Konferenz des Dekanates Thalheim […] 1853; Orgelstimme zu dem von der Lehrer-Conferenz des Dekanates Thalheim … herausgegebenen Gesangbuche 1855; Methodik des Gesangunterrichtes 1887.
Literatur
ÖBL 5 (1972); BrucknerH 1996; Kellner 1956; K. Kerschbaum, Chronik der Liedertafel „Frohsinn“ in Linz 1895; Chronik der Liedertafel „Frohsinn“ in Linz 1870; Bericht über das Wirken des Musikvereines in Linz […] 1821 bis 1871, 1871; F. Brunner, Der Linzer Musikverein in den Jahren 1821–1901, 1901; Wr. allgemeine Musik-Ztg. 28.3.1846, 151; Gmundner Wochenbl. 14.9.1858, 339; Salzburger Ztg. 12.7.1860, 2; Linzer Abendbote 17.11.1866, 2; [Linzer] Tages-Post 3.5.1868, 3, 27.3.1872, 4, 14.5.1887, 3, 18.3.1897, 3; Taufbuch-Duplikat 1820 der Pfarre Waizenkirchen; eigene Recherchen (Kat. der ÖNB-Musikslg.).


Antons (I) Sohn

Anton (II): * 30.12.1829 Andrichsfurt, † 24.3.1908 Linz. Lehrer, Zitherspieler, Komponist. Besuchte 1847/48 die Normalschule zu St. Anna in Wien. War um 1856 Gehilfe bzw. Unterlehrer an der Linzer St. Josef-Vorstadtpfarr-Musterschule, die er 1869/70 als Provisor leitete. Auch in den folgenden Jahren wirkte er in Linz (1870 Ernennung zum Lehrer, ca. 1876–81 an der Knabenbürgerschule); 1891 trat er als Schulleiter in den Ruhestand. 1848 und 1852–64 war er Mitglied der Liedertafel „Frohsinn“. A. L. wirkte in Linz auch als Zitherspieler und -pädagoge. Er unterrichtete u. a. die Schwestern Pauline und Helena Hofmann, die A. Bruckners Klavierschülerinnen waren.


Werke
Ländler f. Zither, Bearbeitungen und Potpourris f. Zither, Polka française Bahnfrei.
Literatur
K. Kerschbaum, Chronik der Liedertafel „Frohsinn“ in Linz 1895; Österr. Bürger-Bl. 27.7.1857, 13; Linzer Abendbote 21.1.1864, 4; [Linzer] Tages-Post 12.5.1869, 4, 22.5.1869, 5, 23.2.1870, 2, 17.12.1870, 3, 16.4.1876, 11, 4.4.1908, 4; Linzer Volksbl. 29.4.1881, 3, 14.8.1891, 2; Taufbuch-Duplikat der Pfarre Andrichsfurt 1829; Sterbebuch-Duplikat 1908 der Pfarre Linz-St. Matthias; eigene Recherchen (Lehrer-Verzeichnis der Diözese Linz 1856; Kat.e ÖNB-Musikslg.; Archiv ÖAW, Bestand St. Anna).

Autor*innen
Karl Schnürl
Monika Kornberger
Uwe Harten
Christian Fastl
Letzte inhaltliche Änderung
2.10.2023
Empfohlene Zitierweise
Karl Schnürl/Monika Kornberger/Uwe Harten/Christian Fastl, Art. „Lanz, Familie“, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 2.10.2023, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d6f5
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Joseph Lanz, Das System der Musik-Schlüssel 1842, 11

DOI
10.1553/0x0001d6f5
GND
Lanz, Familie: 134832639
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Lanz, Joseph: 134832639
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Lanz, Engelbert: 130217077
OBV
Weiterführende Literatur

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