Logo IKM
OeML Schriftzug
Logo OeML
Logo Verlag

Neubayrischer
Paartanz im ¾-Takt, zu dem Schnaderhüpfel (Gstanzl) in einem charakteristischen Versmaß gesungen werden, das sich von jenem der Schnaderhüpfel zum Ländler unterscheidet. Dabei wird meistens ein viertaktiger Vers von mehreren dreitaktigen eingerahmt und der Tanz hierauf mit einem Walzer beschlossen. Der besondere Reiz besteht darin, dass die Tänzer durch rhythmisches Klatschen oder Stampfen jeden Dreitakter zu einem Viertakter verlängern. Zu den Eigentümlichkeiten des N. gehört überdies die Kontrastwirkung des viertaktigen Mittelsatzes gegen die Ecksätze, der sich auch in der Tanzbewegung ausdrückt. Die Ecksätze werden geschritten, der Mittelsatz gewalzt. Der Neubayrisch-Vers ist ein verhältnismäßig junger dreischlägiger Paarvers, der um 1700 zuerst im geistlichen Lied fassbar wird und später in allen möglichen Liedgattungen erscheint. Die Texte, die zum Tanz gesungen werden (Tanzlied) sind Sauf- und Lumpenlieder, aber auch Reime aus dem bäuerlichen Leben oder Spottverse zwischen Bauern und Obrigkeit. In der Sonnleithner-Sammlung von 1819 ist dieser Tanz durch 4 Aufzeichnungen (aus Oberösterreich und Amstetten) erstmals in Österreich belegt. Er wird dort N. oder Salzburger genannt und von den Einsendern als damals sehr aktuell (seit 3 oder 4 Jahren bekannt) und beliebt bezeichnet. Aus dem Namen N. die Herkunft aus Bayern abzuleiten, wie dies Zoder tut, ist nicht stichhältig; es könnte auch Neu-Bäurisch (im Sinne von bäuerlich) gemeint sein.
Literatur
K. Mautner in Das dt. Volkslied 14 (1912); C. Rotter, Der Schnaderhüpfel-Rhythmus 1912; R. Zoder, Altösterr. Volkstänze (1922); I. Peter, Salzburger Tänze 1975; W. Deutsch et al. in W. Deutsch et al. (Hg.), Volksmusik in Österreich 1984; Schneider 1985.

Autor(en)
Gerlinde Haid †
Empfohlene Zitierweise
Gerlinde Haid †, Art. „Neubayrischer‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]