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Piber, Piber, Joseph Familie
Joseph (I): * 1821-02-1212.2.1821 Lengenfeld/NÖ, † 1899-08-033.8.1899 Altenmarkt an der Triesting/NÖ. Lehrer und Kirchenmusiker. Sohn des Weinhauers Joseph Biber und seiner Frau Theresia Blausteiner. Hörte 1839 in St. Pölten den pädagogischen Kurs und legte 1843 die Lehrerprüfung ab. Bis 1848 unterrichtete er in Abstetten/NÖ, Behamberg/NÖ und im Stift Seitenstetten, ab 1848 war er Lehrer in Frankenfels/NÖ und 1853–83 Oberlehrer in Gaming; 1860 Musterlehrer für den Schuldistrikt Scheibbs/NÖ. Als pensionierter Oberlehrer wurde er mit 1.1.1885 zum Chorregenten von St. Helena in Weikersdorf bei Baden bestellt, nach neunjähriger Tätigkeit übersiedelte er nach Krems und von dort 1898 nach Altenmarkt an der Triesting. Er galt als „tüchtiger Orgelspieler“ sowie geschickter Dirigent und Musiklehrer.

Seine Söhne

Joseph (II): * 22.2.1857 Gaming, † 3.7.1922 Wien. Lehrer, Chordirigent, Komponist. War 1868–71 Wiener Hofsängerknabe (gleichzeitig mit F. Mottl), besuchte die Lehrerbildungsanstalt in Wien und war ab 1876 als Lehrer in Zillingdorf/NÖ und Scheibbs tätig. 1883 wurde er vom Wiener Gemeinderat zum Unter-, 1886 zum definitiven Volksschullehrer ernannt und unterrichtete in weiterer Folge an städtischen Schulen. Parallel dazu 1884–98 Chormeister (zunächst als Stellvertreter) des Wiener Sängerbundes (Nachfolger: J. Stritzko). Zwischen 1884/87 übernahm P. vereinzelt Soloparts beim MGV Scheibbs und beim Wiener Sängerbund. Zudem war er mindestens 1888–93 als Chormeister, Kapellmeister-Stellvertreter (neben J. Böhm) und Lehrer für den Wiener St.-Ambrosius-Verein tätig. 1892–95 in der Nachfolge von C. Horn auch Chormeister des Sängerbundes „Arminius“ Mariahilf. Ende der 1890er Jahre außerdem private Lehrtätigkeit für Männer-Soloquartett-Gesang. P.s kompositorisches Schaffen ist spätestens ab 1884 fassbar. Diesem dürfte er sich um die Jahrhundertwende – aus gesundheitlichen Gründen zog er sich aus der aktiven Musizierpraxis zurück – verstärkt zugewandt haben. Aufführung seiner Kompositionen u. a. durch das Udel-Quartett und viele Männergesangvereine in Wien, Niederösterreich, Mähren und Oberösterreich. Neben einigen ernsthafteren Werken schuf er vorwiegend heitere Kompositionen, die seinen Zeitgenossen zufolge von Humor sowie sorgfältiger Kontrapunktarbeit und Melodieführung geprägt waren. Für viele seiner Werke verfasste P. selbst die Texte. Seine musikpädagogischen Überlegungen wurden um 1900 in Vorträgen bei Lehrerversammlungen rezipiert.


Ehrungen
Ehrenchormeister MGV Scheibbs ca. 1885; 2. Preis bei der Preiskonkurrenz der Wilhelm Nitschke’schen Verlagshandlung 1894; Ehrenchormeister Wr. Sängerbund 1898.
Schriften
Schule des Treffsingens 1898; Was soll jeder Sänger wissen? [ca. 1906]; Wie erteilt man Elementar-Gesangsunterricht? 1907.
Werke
Operetten (Die Nibelungen [T: J. P.], Eduard und Kunigunde [T: J. P.], Die Brautschau oder Odihares und Odibraces), Singspiele (Unser Kaiser [T: Ignaz Pennerstorfer], Bianca oder Die Verkannten [T: M. Vancsa/Julius Poppovič], Friedrich mit der leeren Tasche [T: Lambert Schretter]), Männerchöre (Dt. Festgesang [T: E. Roda], Unser Wien [Baritonsolo mit Chor u. Kl.], Du schaust träumend vom Altan, Das Lied, Dt. Liebeslied, Das schwarze Haar, Nelken).

Roman: * 28.7.1860 Gaming, † 1.5.1932 Altenmarkt an der Triesting. Lehrer und Kirchenmusiker. War Sängerknabe in Seitenstetten und absolvierte die Lehrerbildungsanstalt in Krems (1881 Matura, 1883 Lehrbefähigungszeugnis). Lehrttätigkeit zumindest in St. Leonhard am Forst/NÖ und 1884/85 in Brunn am Gebirge/NÖ (Mitglied des Brunner Männerchors unter der Leitung von A. Schlesinger), ab 1885 wirkte er als Oberlehrer und Chorregent in St. Corona am Schöpfl/NÖ, 1896–1922 dann in Altenmarkt an der Triesting. Sein Sohn Rudolf (* 21.8.1895 St. Corona am Schöpfl, † nach 1932 [Ort?]) besuchte die Lehrerbildungsanstalt in St. Pölten (1916 Matura, 1920 Lehrbefähigung) und war Kirchenmusiker sowie Lehrer in Hafnerberg-Nöstach/NÖ (ca. 1921), Schwarzenbach an der Gölsen (ca. 1924/27) sowie Tiefenfucha/NÖ (1932).


Literatur
Erhart 1998; V. Keldorfer, Die Entwicklung des Kunstliedes f. Männerchor auf dem Boden Österreichs 1913, 98; Th. Antonicek in StMw 29 (1978); Wr. Allgemeine Ztg. 27.6.1883, 4, 10.7.1886, 4; Dt. Kunst- und Musik-Ztg. 5.10.1884, 498, 8.12.1884, 616, 25.1.1885, 54, 22.9.1885, 441, 18.9.1886, 337, 22.4.1887, 132, 21.9.1887, 286, 26.5.1888, 149, 19.6.1888, 174, 10.1.1889, 7, 20.11.1889, 275, 10.5.1891, 140, 20.10.1891, 268, 15.5.1893, 132, 1.7.1893, 172, 15.12.1895, 322, 1.1.1897, 9, 25.1.1898, 18, 25.8.1899, 92, 25.1.1901, 23; Badener Bezirks-Bl. 6.1.1885, 2, 8.12.1885, 2, 5.1.1892, 2; Die Presse 30.3.1887, 10; Die Lyra 1.12.1887, 7, 15.2.1889, 8, 1.11.1898, 9, 1.4.1908, 10; Das Vaterland 25.9.1890, 14, 21.12.1890, 2; NFP 8.2.1894, 7, 14.6.1898, 7; Neues Wr. Abendbl. 12.10.1895, 2; Mährisches Tagbl. 27.6.1896, 8; Badener Ztg. 25.11.1896, 2, 9.8.1899, 4; Grazer Tagbl. 12.6.1900, 7; [Linzer] Tages-Post 28.10.1900, 4; St. Pöltner Ztg. 17.8.1911, 13, 23.3.1922, 10, 14.4.1927, 15, 14.8.1930, 5, 19.5.1932, 14; Dt. Volksbl. 21.2.1917, 10; Kleine Volks-Ztg. 6.7.1922, 6; Taufbuch 1813–39 der Pfarre Lengenfeld, fol. 33; Trauungsbuch 1842–72 der Pfarre Behamberg/NÖ, fol. 37; Taufbuch der Pfarre Gaming 1842–59, fol. 201; Taufbuch 1859–71 der Pfarre Gaming, fol. 12; Taufbuch 1894–1938 der Pfarre St. Corona am Schöpfl, fol. 7; Trauungsbuch 1862–1938 der Pfarre Rossatz/NÖ, fol. 201; Sterbebuch 1899–1938 der Pfarre Altenmarkt an der Triesting, fol. 3, 146; www.demos.ac.at/demos_suche_lehrer.php (6/2021); eigene Recherchen (NÖ Lehrerschematismen; www.anno.onb.ac.at).

Autor*innen
Christian Fastl
Bettina Graf
Letzte inhaltliche Änderung
4.2.2022
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl/Bettina Graf, Art. „Piber, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 4.2.2022, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x003ceb4d
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.


DOI
10.1553/0x003ceb4d
GND
Piber, Joseph: 1250276470
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Piber, Joseph: 143695665
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Piber, Roman: 1250276896
OBV
Weiterführende Literatur

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