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Battaglia
Die Darstellung aller Arten von Kampf (B. = ital. Schlacht); war seit dem 16. Jh. ein beliebtes Sujet der Vokal- und später auch der Instrumental-Musik. Die Gattung gilt als eine französische Erfindung (Clement Janequin 1528), doch spielt in ihrer Geschichte die österreichische Überlieferung und Pflege eine besondere Rolle: Beginnend mit den etwa gleichzeitigen (1544), jeweils spezifisch adaptierten Veröffentlichungen der Bataglia Taliana von Matthias Werrecoren durch W. Schmeltzl (DTÖ 147/148) und H. Newsidler (DTÖ 37) über J. H. Schmelzers Fechtschuel (DTÖ 56) und mit L. v. Beethovens Schlacht bei Vittoria (1813) keineswegs endend. Man kann sogar von einer besonderen Wiener Tradition um 1800 sprechen, indem Beethoven nicht nur A. Diabellis Tongemälde zur Schlacht bei Leipzig (1813), P. (v.) Winters Siegesfest (1814) und C. M. v. Webers Kantate Kampf und Sieg folgten, sondern zahlreiche Schlachtenmusiken in verschiedensten Besetzungen (Klavier, Kammermusik, Orchester) vorausgingen (von Franz [František] Kotzwara [Koczwara] 1757, Franz Christoph Neubauer 1789 J. B. Vanhal 1796–99, J. Heidenreich, V. Maschek, F. Starke, F. Kauer 1788, 1801, D. Steibelt 1803 u. a.) und Ableger sogar in der Tanzmusik zu finden sind (Coda von Tanzfolgen, z. B. eines gewissen Moruska, von J. Triebensee 1794, St. Ossowsky 1789, 1802, J. N. Hummel 1809). Vermutlich wird man diese Mode auch in Verbindung mit Diskussionen um die absolute Musik sehen müssen.
Literatur
MGG 1 (1999); E. Bienenfeld in ZIMG 8 (1907); K. Schulin, Musikalisches Schlachtengemälde in der Zeit von 1756 bis 1815, 1986; G. M. Pressler, Die B. in der solistischen Tastenmusik des 16. und 17. Jh.s, Dipl.arb. Wien 1989; G. M. Pressler, Die B. in den Chansons und Madrigalen des 16. und 17. Jh.s, Diss. Wien 1991.

Autor(en)
Rudolf Flotzinger
Empfohlene Zitierweise
Rudolf Flotzinger, Art. „Battaglia‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 25/05/2001]