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Ott, Ott, true Elfriede
* 1925-06-1111.6.1925 Wien, † 2019-06-1212.6.2019 Wien. Schauspielerin, Liedsängerin, Regisseuse, Schriftstellerin. Die Tochter eines Goldschmieds erhielt eine Ausbildung als Uhrmacherin sowie Schauspielunterricht bei Lotte Medelsky. Engagements: ab 1944 Burgtheater, 1950–53 Landestheater in Graz, danach in Hamburg/D, Zürich/CH und an verschiedenen Wiener Bühnen, seit 1959 Mitglied des Theaters in der Josefstadt; Auftritte bei den Salzburger Festspielen (u. a. 1970–72 bei deren Straßentheater) sowie in Film und Fernsehen (u. a. Stegreif-Serie Die liebe Familie). Gastspiele in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Ihre schauspielerische Ausstrahlung, verbunden mit einer charakteristischen, u. a. in vielen Stücken J. Nestroys und F. Raimunds wie auch in Operetten erfolgreich eingesetzten Singstimme, brachte ihr den Ruf einer „Volksschauspielerin“ ein. Daneben gab sie Soloabende v. a. mit Wienerliedern, Komödienliedern, Couplets und Chansons, veranstaltete Rezitationstourneen (z. T. gemeinsam mit Fritz Muliar), trat auch gemeinsam mit J. Patzak, später mit W. Kmentt auf, meist begleitet von E. Werba, später u. a. von G. Bronner. Ihre legendären, meist gemeinsam mit dem Schriftsteller und Kritiker Hans Weigel (1908–91) zusammengestellten Programme wurden z. T. auf Schallplatten eingespielt und auch gedruckt. Sie hat sich zudem als Malerin und Zeichnerin wie auch als Schriftstellerin einen Namen gemacht. Zeitweilig verheiratet mit dem Schauspieler Ernst Waldbrunn. O. war seit 1960 Lebensgefährtin (zuletzt Ehefrau) Hans Weigels, mit dem sie die Maria Enzersdorfer Festspiele Nestroy auf Liechtenstein gründete, deren Intendantin und Regisseurin sie seit 1983 30 Jahre lang war. 1985–2004 leitete sie die Schauspielabteilung des Konservatoriums der Stadt Wien, danach gründete sie das „Studio der Erfahrungen“. Seit 2002 bestand eine Zusammenarbeit mit dem Musikforum Ammersfeld. Im Alter von 85 Jahren spielte O. in ihrem ersten Kinofilm, Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott, dem bestbesuchten Film des Jahres 2010. O. lebte in Maria Enzersdorf/NÖ und Wien.
Ehrungen
Hut des Lieben Augustin; Josef Kainz-Medaille; Prof.-Titel; Kammerschauspielerin; Ehrenmitglied des Theaters in der Josefstadt; Österr. Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse; Nestroy-Ring; (als erste) Johann-Nestroy-Ehrenmedaille; Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich; Ehrenring der Schauspieler des Theaters in der Josefstadt; Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold. – Eine 1976 gezüchtete altrosafarbene Fuchsie trägt ihren Namen.
Werke
Programmtitel (fast alle auch auf Tonträgern bzw. Video): Phantasie in Ö-Dur; Die lustigen Klassiker; Melancholie mit Flinserln; Theater, oh Theater du; Die Welt ist ein Komödienhaus; Wienerlieder ohne Schmalz; Das kleine Zweimaleins; Das ist ein Theater; A Geign und a Lied; Christkindl-Lieder; Der anmuthsvolle Prater.
Schriften
Phantasie in Ö-Dur 1975; Wenn man in Wien zur Welt kommt 1977; Unterwegs zu meinen Bildern 1984; Hans Weigel quergelesen 1994; Hingeschrieben statt ausgesprochen 1997; Hg.: Das 1000jährige Kind 1996; Und was ist über den Sternen 1996; Auf weichen Pfoten 1997; Gestatten, mein Name ist Hund 1998; Was hinter dem Vorhang passiert. Keine alltäglichen Geschichten aus dem Theateralltag 1999; Der Komödie zweiter Teil… und wieder aus dem Theateralltag 2001; Der dritte Akt. Theateralltag: ein unerschöpfliches Thema 2002.
Literatur
E. Vujica (Hg.), E. O. 2000; Fink 2000; Hauenstein 1979; Personenlex. Öst. 2001; Riemann 1975; Ulrich 1997; Who is who in Öst. 1997; F-A 2 (1978); www.elfriede-ott.de.vu (6/2004); https://wien.orf.at/stories/3000100/ (6/2019).

Autor(en)
Uwe Harten
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten/Monika Kornberger, Art. „Ott, Elfriede‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 12/06/2019]