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Schorr, Schorr, Mayer: Familie
Mayer: * 1856 -10-1111.10.1856 Fălticeni/RO, 1913 -03-2424.3.1913 Wien. Kantor. 1868 erschienen erste Kompositionen, 1877 wurde er Oberkantor in Neusandez (Nowy Sącz/PL), 1880 in Großwardein (Nagyvárad/Ungarn; heute Oradea/RO), 1893 provisorischer, 1897 definitiver Oberkantor an der neuen Synagoge des Vereins Beth-Israel (nach polnisch-israelitischem Ritus) in der Leopoldstadt (Wien II). Sch. hat seine Stimme, einen hohen Heldenbariton, in Wien vermutlich noch von Jos. Gänsbacher perfektionieren lassen, der ihm sogar (vergeblich) Bühnenauftritte empfohlen hatte. Sch., der von G. Mahler sehr geschätzt wurde, förderte mehrere jüdische Wohltätigkeitsvereine, war Vizepräsident des Oesterreichisch-ungarischen Cantoren-Vereins und Lehrer zahlreicher Gesangschüler.
Werke
synagogale Kompositionen (Gesänge Semiros Israel).
Literatur
Czeike 6 (2004); ÖBL 11 (1999); K-R 1997 [F. Sch.]; A. Friedmann (Hg.), Lebensbilder berühmter Kantoren 1927; P. Steines, Hunderttausend Steine 1993.


Sein Sohn Friedrich: * 2.9.1888 Großwardein, † 14.8.1953 Farmington, Connecticut/USA. Sänger (Bassbariton). Kam 3-jährig nach Wien, studierte in Brünn Jus und Gesang (bei A. Robinson), sang 1911–16 in Graz, 1911/12 in Chicago, Illinois/USA, 1916–18 am Deutschen Theater in Prag, 1918–23 in Köln/D, 1924–43 an der Metropolitan Opera in New York/USA, 1923–33 regelmäßig in Berlin, ab 1924 auch in Wien und London, 1925–31 bei den Bayreuther Festspielen, bis 1938 Gastspiele in Paris, Buenos Aires und San Francisco, CA/USA. 1938 emigrierte er in die USA (Exil), nahm dort 1943 seinen Bühnenabschied, sang noch einige Konzerte und wirkte dann als Direktor der Manhattan School of Music in New York, als Leiter eines Studios für Operngesang an der Hartt School in Hartford, Conn./USA (Schüler u. a. G. Hoffman, Marilyn Tyler, Cornell MacNeill, Ezio Flagello, Arturo Sergi, Carlos Alexander) sowie als Opernproduzent an der New York City Opera. Sch. war besonders als einer der bedeutendsten Interpreten von Rich. Wagner-Partien weltweit anerkannt.


Literatur
K-R 1997, 2000 u. 2002; NGroveD 22 (2001); D. Shawe-Taylor in Opera 16 (1965); Orpheus im Exil 1995; Riemann 1961; DBEM 2003; Kosch 3 (1992); Czeike 6 (2004); A. Natan, Primo Uomo 1963.

Autor(en)
Uwe Harten
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Schorr, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]