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Fall, Fall, true Friedrich (Fritz, später Frederick)
* 1899-07-2525.7.1899 Baden bei Wien/NÖ, † 1974-11-2424.11.1974 Washington D.C./USA. Dirigent, Komponist. Der Sohn von Gustav Heinrich Fall (* 4.12.1865 Budapest, † nach 1938 [Ort?]), des späteren Präsidenten der Donau-Save-Adria-Eisenbahn-Gesellschaft, begann nach dem Wunsch seines Vaters eine kaufmännische Karriere. F. Loewe überzeugte diesen von den musikalischen Fähigkeiten seines Sohnes. 1920–24 studierte F. an der Wiener MAkad. Musiktheorie bei J. Marx. Zusätzlich besuchte er 1922/23 als Gasthörer, 1923/24 vermutlich erst im Sommersemester die Kapellmeisterschule bei C. Krauss und die Hochschulseminarkurse bei J. Marx und C. Krauss. 1924/25 setzte er seine Studien bei Marx (Musiktheorie) und an der Kapellmeisterschule (Krauss, L. Reichwein) an der neu gegründeten Fachhochschule für Musik und darstellende Kunst fort. Daneben trat er ab etwa 1921 in Wien als Dirigent und Liedbegleiter an die Öffentlichkeit. Am 5.2.1924 veranstaltete F. gemeinsam mit J. Takacs und G. Binkau, alle Schüler von Marx, einen Kompositionsabend im kleinen Musikvereinssaal, in dem sein Streichquartett uraufgeführt wurde. Nach Abschluss seiner Studien war er 1925 zunächst sechs Monate lang Assistent von Egisto Tango bei der Deutschlandtournee einer Mailänder Opernstagione. Danach 1925–29 am Stadttheater in Bremen/D, anfangs Korrepetitor, später 2. Kapellmeister. 1929/30 1. Kapellmeister am Stadttheater Krefeld/D, 1930–32 Opernchef des Deutschen Theaters in Brünn. Gastdirigate führten ihn 1928 nach Prag, 1930 nach Kopenhagen, 1931 nach Arnhem/NL und Deventes/NL, 1932 nach Paris, Warschau, Budapest und Polen. Am 1.4.1931 debütierte F. als Dirigent im großen Saal des Wiener Konzerthauses. Hier leitete er im Rahmen eines „Russischen Symphoniekonzerts“ u. a. die Wiener EA von Sergei Prokofievs zweitem Klavierkonzert mit dem Komponisten, der dabei zum ersten Mal in Wien auftrat, am Klavier. Am 26.7.1931 dirigierte F. erstmals ein Orchesterkonzert auf Radio Wien. Nach Einstudierungen einiger Opern als Gast der Volksoper Wien 1932 erhielt er dort unter der Direktion L. Kraus ein Engagement bis 1933. Daneben unterrichtete er privat Gesangskorrepetition, Musiktheorie und Kapellmeisterausbildung. Sein für den 1933 kreierten Tanz „Austria Waltz“ komponiertes Lied Liebe in Wien wurde von einer Jury aus zahlreichen Einsendungen als „musikalischer Ausdruck dieses neuen Tanzes“ (Neues Wr. Journal 15.11.1933) ausgewählt. 1933/34 unterrichtete er als musikalischer Leiter der Opernschule an der Neuen Schule für Musik und Bühnenkunst in Wien I, Hegelgasse 3. 1934 Teil des neu gegründeten Künstlerkollektivs Österreichisches Studio für musikalische und dramatische Darstellung. In den Sommern 1934–36 gab F. Kurse für Opernensemble im Rahmen des Salzburger Mozarteums. Daneben Dirigate an der Komödie (Wien I), an der Volksoper und auf Radio Wien, wo er die Wiener Symphoniker leitete. Im Jänner 1937 reiste F. über Genua/I nach New York/USA, hielt sich später in Havanna auf, war im Mai in Miami/USA und fuhr im September über Neapel kommend erneut nach New York (Exil). 1938–42 war er in Tyler/TX als Dirigent und Lehrer tätig. Vermutlich Anfang der 1940er Jahre erhielt F. die amerikanische Staatsbürgerschaft und änderte seinen Vornamen auf Frederick. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg militärische Einsätze für die USA, die ihn 1945–48 nach Europa führten. Am 1.9.1946 dirigerte er im Schlosspark Pötzleinsdorf das Niederösterreichische Landessymphonieorchester als Abschluss der Pötzleinsdorfer Sommerfestspiele. Ab 1948 lebte F. in Washington D.C., wo er als Pädagoge und Dirigent wirkte und die Washington Civic Opera gründete. F. ist nicht verwandt mit der aus Mähren stammenden Familie F.
Werke
Kammermusik (Streichquartett 1924, Rhapsodie f. Streichquartett 1928); Klavierwerke (Symphonisches Scherzo für 2 Klaviere 1924), Lieder (Liebe in Wien [T: Karl Maria Haslbrunner] 1933).
Literatur
Baker 1984; Müller-Asow 1929; Neues Wr. Tagbl. 28.4.1921, 7, 6.5.1922, 9, 11.2.1924, 2, 30.1.1931, 10, 25.3.1931, 11, 28.6.1931, 14; Neues Wr. Journal 13.10.1928, 12, 9.1.1929, 12, 18.5.1930, 29, 30.11.1930, 33, 29.3.1931, 7, 2.4.1931, 13, 4.11.1931, 11, 6.12.1931, 33, 19.2.1932, 8, 5.6.1932, 28, 30.12.1932, 11, 10.9.1933, 28, 15.11.1933, 8, 17.2.1934, [1]; Der Nachmittag 23.11.1922, 3; Der Morgen 18.4.1932, 7f; NFP 25.2.1925, 6, 18.5.1930, 16, 15.3.1931, 13, 3.1.1932, 16; Die Stunde 23.3.1934, 6; Prager Tagbl. 18.3.1928, 8, 28.11.1931, 6; Die Bühne 378 (2. Juniheft 1934), 43; NZfM 11 (November 1928), 649, 5 (Mai 1934), 515; Salzburger Volksbl. 11.8.1934, 9, 4.12.1934, 7, 9.6.1936, 6; Weltpresse 2.9.1946, 6 u. 5.9.1946, 6; Wr. Kurier 9.6.1949, 4; Radio Wien 24.7.1931, 25; Mitt. Archiv MUniv. Wien (7/2017); Trauungsbuch der IKG Wien I. Bezirk, 211, 1892/93, RZ 629; https://www.lexm.uni-hamburg.de (9/2020); www.familysearch.org (9/2020); eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at).

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Fall, Friedrich (Fritz, später Frederick)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 23.10.2020]