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Kirchmayer, Kirchmayer, true Josef
* 1864-12-077.12.1864 Wien, begr. 16.4.1953 Wien. Kapellmeister, Geiger. Der Sohn eines aus Schöngrabern/NÖ stammenden Fragners erhielt seine musikalische Ausbildung 1877–83 am Konservatorium der GdM (drei Jahre Violine Vorbildung bei S. Bachrich, danach drei Jahre Violine Ausbildung bei J. Hellmesberger d. Ä.). Erste Erfahrungen als Orchestermitglied sammelte er während seiner Studienzeit im Orchester des Konservatoriums, danach spielte er in den Orchestern des Carltheaters und des Theaters in der Josefstadt sowie in der Kurkapelle Baden. Während einer Konzertreise nach London soll er sich zur Gründung einer eigenen Kapelle entschlossen haben, die er um 1890 in Wien ins Leben rief. In der Folge spielte er mit seiner Salonkapelle, die sich in erster Linie der Wiener Musik widmete, bei verschiedenen Veranstaltungen und in diversen Lokalen in und um Wien. Ob er der Leiter der Damen-Schützenkapelle K. war, die von Mai bis Oktober 1896 bei der Tiroler und Vorarlberger Ausstellung in der Rotunde im Prater (Wien II) konzertierte, ist unklar. Ab spätestens 1906 bis September 1913 Leiter der Hauskapelle des Etablissements Gartenbau (Wien I). Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs erfolgte die Auflösung seiner Kapelle und K. war wieder als Geiger tätig. Nach Kriegsende Kinomusiker, 1932 trat er in den Ruhestand. In seinen Kompositionen, die er vermutlich erst ab den 1920er Jahren schuf, blieb er dem Genre der Wiener Musik treu. Seine jüngere Schwester Magdalena war mit E. Hornischer verheiratet, K. war Taufpate ihrer beiden Söhne.

Eine Marie K. (seine Tochter?) leitete 1908/09 in Wien die Damenkapelle Messerschmidt (Grünner, Familie), 1916 und 1923 ist sie als Leiterin einer eigenen Damenkapelle in Graz und Wien nachweisbar.


Ehrungen
Dritter Preis beim Walzerwettbewerb der Stadt Wien 1939 für Aus der Vorstadt.
Werke
Walzer, Wienerlied Das grabt sich tief in’s Herz hinein (T: Martin Schenk); Ballett-Szene.
Literatur
Kleine Volks-Ztg. 3.2.1939, 9; Neuigkeits Welt-Bl. 9.8.1896, [13]; Wr. Caricaturen 27.12.1908, 8; Grazer Tagbl. 28.4.1916, 3; Der Tag 30.8.1923, 9; Taufbuch der Pfarre Altlerchenfeld (Wien VII) 1864, fol. 235; Taufbuch der Pfarre St. Johann Nepomuk (Wien II) 1890–92, fol. 115 u. 1893–94, fol. 109; www.anno.onb.ac.at (9/2019); www.friedhoefewien.at (9/2019); eigene Recherchen (Jahresberichte des Konservatoriums der GdM; Lehmanns Adresskalender).

Autor*innen
Monika Kornberger
Letzte inhaltliche Änderung
4.12.2019
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Kirchmayer, Josef“, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 4.12.2019, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x003b1196
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.


DOI
10.1553/0x003b1196
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