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Ruzitska Ruzitska true (Ruschitzka), Anton
* 1871-10-3131.10.1871 Tschabe/Ungarn (Békéscsaba/H), † 1933-03-1010.3.1933 Wien. Bratschist, Musikpädagoge. Er studierte 1892–96 am Konservatorium der GdM Violine bei J. M. Grün, Klavier bei Ernst Ludwig und Harmonielehre bei R. Fuchs. Bereits 1895 erhielt er ein Engagement beim Wiener Hofopernorchester und den Wiener Philharmonikern (unter H. Richter). Hier (bzw. beim Staatsopernorchester) stieg er 1903 zum Solo-Bratschisten auf. Er war außerdem ab 1905 Mitglied der Hofmusikkapelle. 1899 und 1901 spielte er im Orchester der Bayreuther Festspiele. 1897–1900 war er Teil des Prill-Quartetts ( K. Prill [V. 1], A. Siebert [V. 2], J. Sulzer [Vc.]) und wurde 1901 Mitglied des Rosé-Quartetts, bei dem er bis 1930 (nicht 1929) blieb. Dem Ausscheiden ging ein Zerwürfnis mit A. Rosé voraus, der R. nach einer Erkrankung ohne dessen Wissen ersetzt hatte. In der Zeit von R.s Mitwirken spielte das Rosé-Quartett zahlreiche UA.en, darunter A. Schönbergs Verklärte Nacht op. 4, die Kammersinfonie E-Dur op. 9 sowie dessen Streichquartette d-Moll op. 7 und fis-Moll op. 10, J. Bittners Streichquartette A-Dur Nr. 1 und Es-Dur Nr. 2, H. Gáls Streichquartett Nr. 2 a-Moll, C. Goldmarks Klavierquintett E-Dur op. 54, E. W. Korngolds Streichsextett D-Dur op. 10 und Streichquartett A-Dur op. 16, F. Schmidts Streichquartett Nr. 2 G-Dur und A. von Zemlinskys Streichquartett Nr. 2 op. 15. Daneben gab R. zahlreiche weitere Konzerte (Ehrbar-Saal, Bösendorfer-Saal, Konzerthaus) und spielte u. a. die UA.en der Viola-Sonaten von R. Fuchs (1909) und E. Kornauth (1914). R. beschäftigte sich außerdem verstärkt mit Barockmusik und historischer Aufführungspraxis und gründete 1918 die Instrumental-Vereinigung für alte Musik, in der er auch Viola d’amore spielte (wechselnde Besetzung, meist mit P. Fischer [V., Quinton], Otto Stieglitz [Gambe], Al. Wunderer [Cb.], F. Buxbaum [Vc.]). 1931 gründete er außerdem das R.-Trio ( Ch. Steiner [V.], O. Stieglitz [Vc.]). R. gab privat Geigen- und Bratschenunterricht, außerdem wurde er 1919 als Lehrer für Bratsche an das Neue Wiener Konservatorium (Musiklehranstalten Wien) berufen. Im gleichen Jahr übernahm er gemeinsam mit P. Fischer die Kammermusikklasse an der MAkad. R. war eine populäre Persönlichkeit im Wiener Musikleben und für seinen Humor bekannt („der Lustigste unter allen Philharmonikern“). Neben seinen Konzerten hielt er gelegentlich auch humoristische Vorträge. R. galt als einer der führenden Bratschisten seiner Zeit.
Ehrungen
Prof.-Titel 1926.
Literatur
Ch. Merlin, Die Wr. Philharmoniker 2017; Th. Antonicek in StMw 29 (1978); J. Korngold, Das Rosé-Quartett 1932; NFP 24.11.1895, 12, 20.11.1911, 8; Österr. Musik- und Theaterztg. H. 4 (1897), 10; Grazer Tagbl. 14.1.1899, 12; Illustriertes Wr. Extrabl. 24.3.1901, 19, 24.9.1901, 8, 21.4.1902, 6; Badener Ztg. 31.7.1901, 4; (Neuigkeits) Welt-Bl. 22.10.1909, 13; Neues Wr. Journal 22.2.1914, 24, 26.1.1930, 20f, 11.6.1930, 4, 7.9.1930, 31, 25.10.1930, 12; Neues Wr. Tagbl. 17.3.1915, 11; Der neue Tag 26.4.1919, 8; (Linzer) Tages-Post 27.11.1920, 17; Die Stunde 13.6.1930, 7, 12.3.1933, 3; Radio Wien 6.2.1931, 50; Neue Zs. f. Musik (April 1933), 396; Wr. Allgemeine Ztg. 14.3.1933, 3; Sterbebuch 1933–34 der Reformierten Stadtkirche (Wien I), fol. 4, Nr. 13; eigene Recherchen (Jahresberichte des Konservatoriums der GdM; www.konzerthaus.at [5/2021]; www.anno.onb.ac.at [5/2021]).

Autor(en)
Meike Wilfing-Albrecht
Empfohlene Zitierweise
Meike Wilfing-Albrecht, Art. „Ruzitska (Ruschitzka), Anton‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 11.10.2021]