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Fuchs, Fuchs, Patriz Familie
Patriz (Patritz): * 1789 -03-1010.3.1789 Vorau/St, 1867 -02-022.2.1867 Eibiswald/St. Schullehrer, Organist und Komponist. Tätigkeit als Lehrer der Werksschule der k. k. privilegierten Messingfabrik in Frauenthal bei Deutschlandsberg/St. Daneben gründete er die Laßnitztaler Harmoniegesellschaft, war Regens Chori in Frauenthal und komponierte zahlreiche kirchenmusikalische Werke. 1827 traf er mit Fr. Schubert in Schloss Wildbach zusammen, wo er die Sänger am Klavier begleitete. Seine 12 Kinder galten als hochmusikalisch, seine Tochter Maria Antonia (* 1.3.1828, † ?) war als „Sulmtaler Nachtigall“ bekannt. Eine weitere Tochter, Ludovica (1840–1901), war die Mutter des Mundartdichters Hans Kloepfer (* 18.8.1867 Eibiswald/St, † 27.6.1944 Köflach/St).
Gedenkstätten
P.-F.-Gasse in Vorau.
Werke
Messe, 5 Tantum ergo, Grablied, Offertorien.
Literatur
StMl 2009; www.deutsche-biographie.de (3/2014); eigene Recherchen.


Seine Söhne

Johann Nepomuk: * 5.5.1842 Frauenthal, † 5.10.1899 Bad Vöslau/NÖ. Komponist, Dirigent. Studium der Rechtswissenschaften in Wien, wandte sich aber unter dem Einfluss von S. Sechter bald ganz der Musik zu. Ab 1864 als Opernkapellmeister tätig. Nach Engagements in Pressburg, Brünn, Kassel, Köln, Hamburg und Leipzig war er ab 1880 Kapellmeister an der Wiener Hofoper. 1888–94 Prof. für Komposition am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde, 1893 auch dessen Direktor. 1894 Vizehofkapellmeister. Nahm bestimmenden Einfluss auf die Gesamtausgabe der Werke von Fr. Schubert.


Werke
Oper Zingara 1872; Lieder; Bearbeitungen von Werken G. F. Händels, Schuberts (Alfonso und Estrella), W. A. Mozarts und Chr. W. Glucks (Der betrogene Kadi).
Literatur
K. Stekl in Mitt. d. Steir. Tonkünstlerbundes 52 (1972), 55 u. 56 (1973).


Robert: * 15.2.1847 Frauenthal, † 19.2.1927 Wien. Musikpädagoge, Komponist. Nach erstem Musikunterricht bei seinem Schwager Martin Bischof (* 1.12.1812 Pöllauberg/St, † 15.1.1891 Wies/St; 1856–83 Schullehrer, Organist und Mesner in Wies) ab dem Alter von acht Jahren (Klavier, Geige, Orgel) ging er 1860 nach Graz, wo er 1863–65 die Lehrerpräparandie absolvierte und 1865 nach Wien, wo er am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde (bei O. Dessoff) studierte. Organist an der Piaristenkirche (Wien VIII). Nach Erfolgen als Komponist wurde er 1875 Dirigent der Konzerte der Gesellschaft der Musikfreunde, 1875–1912 Prof. für Harmonielehre am Konservatorium. 1894–1905 k. k. Hoforganist. Von J. Brahms, der ihn sehr schätzte, gefördert und beeinflusst. Zu seinen Schülern zählten E. Eysler, L. Fall, G. Mahler, F. Schmidt, F. Schreker und H. Wolf. Als Komponist errang er mit seiner ersten Streicher-Serenade 1874 einen durchschlagenden Erfolg („Serenaden-Fuchs“), in der Kontinuität des tonalen Stils stellt er eine Brücke zwischen der Spätromantik und dem tonalen Schaffen der Nachkriegszeit dar. 1932–39 bestand in Wien eine R. F-Gesellschaft.


Gedenkstätten
Ehrengrab Wr. Zentralfriedhof; R.-F.-Straße (Graz XV und XVI)
Ehrungen
Beethoven-Kompositions-Preis 1886; Ehrenmitglied des Wiener Tonkünstler-Vereines.
Werke
2 Opern (Die Königsbraut 1889, Die Teufelsglocke 1893), 3 Symphonien, 2 Messen, Legende Mariae Himmelfahrt, 5 Streicherserenaden, Ouvertüre Des Meeres und der Liebe Wellen, Kammermusik, Klaviersonaten, Orgelfantasien, ca. 50 Lieder, Chorwerke.
Literatur
NGroveD 9 (2001); Czeike 2 (1993); ÖBL 1 (1957); ÖL 1995; StMl 1962–66; [Kat.] Musik i. d. St. 1980; A. Grote, R. F. 1994 (mit WV); M. Kreuz, R. F., Diss. Wien 1994; F. Singer, R. F. als Lehrer am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde, Dipl.arb. Wien 1999; R. Pascall in S. Antonicek/O. Biba (Hg.), [Kgr.-Ber.] Brahms Wien 1983, 1988; A. Mayr, Erinnerungen an R. F. 1934; Wr. Tonkünstler-Verein. 28. Jahresbericht, 1911–1912. – Teilnachlass ÖNB F 35 Fuchs und Wien, GdM.

Autor(en)
Andrea Harrandt
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Andrea Harrandt/Monika Kornberger, Art. „Fuchs, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 21/05/2014]