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Fall, Fall, Moritz: Familie
Moritz: * 1848-08-055.8.1848 Holleschau/Mähren (Holešov/CZ), † 1922-07-2222.7.1922 Wien. Kapellmeister und Komponist. Wurde 1882 in Lemberg Militärkapellmeister (Militärmusik) und leitete später in Berlin ein Café-Ensemble. Als Komponist trat er u. a. mit mehreren Operetten auch in Linz erfolgreich an die Öffentlichkeit.
Werke
Operetten (Leuchtkäfer 1899; Mirolan 1887; Das Modell 1892; Prinz Bummler oder die Abenteuer einer Neujahrsnacht 1884; Robin Hood 1891), Possen, Volks- u. Ausstattungsstücke; Tänze; Märsche.
Literatur
MGG 6 (2001, mit WV); NGroveD 8 (2001); LdM 2000; F-A 1936; www.operissimo.com (8/2001); Stieger IV/1 (1982).


Seine drei Söhne waren ebenfalls musikalisch tätig:

Leo (eig. Leopold): * 2.2.1873 Olmütz (Olomouc/CZ), † 16.9.1925 Wien. Komponist. Erhielt schon im Alter von 5 Jahren Violinunterricht von seinem Vater. 1888 ging er nach Wien ans Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde, studierte 1888/89 Kontrapunkt bei R. Fuchs (u. a. gemeinsam mit A. v. Zemlinsky) und 1889–92 Komposition bei J. N. Fuchs. Kurze Zeit war F. im IR Nr. 50 unter F. Lehár d. Ä. tätig, war 1892 Kapellmeister in Hamburg/D, dann Sologeiger am Berliner Metropoltheater. Als Komponist für die Bösen Buben, einem Kabarett im Berliner Künstlerhaus, war F. erfolgreicher als mit seinen beiden Opern Paroli (auch Frau Denise) 1902 und Irrlicht 1905. Der Durchbruch gelang ihm als Operettenkomponist mit drei kurz hintereinander uraufgeführten Stücken: Der fidele Bauer (T: V. Léon, Mannheim/D 1907), Die Dollarprinzessin (T: A. M. Willner u. F. Grünbaum, Wien, Theater an der Wien 1907) und Die geschiedene Frau (T: V. Léon, Wien, Carltheater 1908). Weitere Welterfolge des zu den Hauptvertretern der „silbernen Ära“ der Wiener Operette zählenden F. waren Die Rose von Stambul (T: J. Brammer u. A. Grünwald, Wien, Theater an der Wien 1916) und Madame Pompadour (T: Rudolph Schanzer u. Ernst Welisch, UA 1922 Berlin, EA Wien, Carltheater 1923). Einige seiner Operettenlieder zählten fast zum Volksliedgut. Unter der NS-Herrschaft waren F.s Werke verboten.


Gedenkstätten
L.-F.-Weg (Wien XIII).
Ehrungen
Ehrenmitglied des Theaters an der Wien.
Werke
über 30 Bühnenwerke: Opern: Paroli (Frau Denise) 1902; Irrlicht 1905; Der goldene Vogel 1920; Operetten: Der Rebell 1905 (Umarbeitung Der liebe Augustin 1911/12); Der fidele Bauer 1907; Die Dollarprinzessin 1907; Die geschiedene Frau 1908; Brüderlein fein 1909; Der ewige Walzer 1912; Die Studentengräfin 1913; Die Kaiserin 1915 (als Fürstenliebe 1916); Die Rose von Stambul 1916; Die spanische Nachtigall 1920; Madame Pompadour 1922; Rosen aus Florida 1929 (bearbeitet von E. W. Korngold); Possen.
Literatur
Czeike 2 (1993); MGG 6 (2001, mit WV); NGroveD 8 (2001); LdM 2000; Lang 1986; www.operissimo.com (8/2001); Stieger IV/1 (1982); Klotz 1991; ÖBL 1 (1957); F-A 1936 u. 1974; Riemann 1959; MGÖ 3 (1995); eigene Recherchen (Bühnen-Jb.er des Konservatoriums der GdM).


Siegfried: * 30.11.1877 Olmütz (Olomouc/CZ), † 10.4.1943 Theresienstadt (Terezín/CZ). Schüler H. v. Herzogenbergs und Max Bruchs. Lebte in Berlin und wirkte als Korrepetitor an der dortigen Staatsoper. Für seinen Bruder Leo schrieb er oft die Klavierauszüge, Orchesterstimmen und Arrangements zu dessen Werken. Als Opernkomponist war er kaum erfolgreich; für sein Klaviertrio op. 4 erhielt er allerdings den Mendelssohn-Preis, verbunden mit einem Studienaufenthalt in Italien.


Ehrungen
Mendelssohn-Preis.
Werke
Opern; Symphonien; Kammermusik; Lieder.
Literatur
MGG 6 (2001); LdM 2000; F-A 1936; Lang 1986; Kosch 1 (1953).


Richard: * 3.4.1882 Gewitsch (Jevičko/CZ), † 1945 Konzentrationslager Auschwitz (Oświęcim/PL)?. Kapellmeister und Komponist. Wirkte als Kapellmeister 1908/09 in Berlin, 1909/10 am Johann Strauß-Theater in Wien, 1914 am Carltheater und wurde 1916 Erster Kapellmeister am Wiener Apollotheater. Er schrieb zahlreiche Operetten für Wien, Berlin und London. 1930/31 verbrachte er in Hollywood/USA, wohin er 1939 über Triest und Frankreich emigrierte und als Filmkomponist arbeitete. F. kehrte 1943 nach Frankreich zurück und wurde am 20.11.1943 aus dem Sammellager Drancy nach Auschwitz deportiert. Am 16. März 1948 wurde er für tot erklärt. Sehr verbreitet war u. a. sein Schlager Was machst du mit dem Knie, lieber Hans (T: F. Löhner).


Werke
Operetten (Das Damenparadies 1911; Der Wiener Fratz 1912, Arms and the girl 1912; Leute vom Strand 1913; Der Weltenbummler 1915; Die Dame von Welt 1917; Die Puppenbaronessen 1917; Großstadtmärchen 1920; Im Alpenhotel 1921; Der geizige Verschwender 1922; Die Glocken von Paris 1927); Revuen; Schlager (Was machst du mit dem Knie, lieber Hans; Wo sind deine Haare, August; Schön ist der Mai in Vorderindien; Wenn ein altes Dromedar); Chansons u. Filmmusik.
Literatur
MGG 6 (2001, mit WV); LdM 2000; Czeike 2 (1993); Lang 1986; www.operissimo.com (8/2001); Stieger IV/1 (1982); Orpheus im Exil 1995; Riemann 1972; Der Humorist 20.5.1914, 3; Mitt. WStLA (Meldearchiv); eigene Recherchen.


Sein Neffe? Friedrich (Fritz, später Frederick): * 25.7.1899 Baden bei Wien, † 24.11.1974 Washington D.C./USA. Dirigent. Studierte 1920–24 an der Wiener MAkad. Musiktheorie bei J. Marx. Zusätzlich besuchte er 1922/23 als Gasthörer, 1923/24 vermutlich erst im Sommersemester die Kapellmeisterschule bei C. Krauss und die Hochschulseminarkurse bei J. Marx und C. Krauss. 1924/25 setzte er seine Studien bei Marx (Musiktheorie) und der Kapellmeisterschule (Krauss) an der neu gegründeten Fachhochschule für Musik und darstellende Kunst fort. Wurde 1925 Theaterkapellmeister am Stadttheater in Bremen/D, bis 1937 als Operndirigent in Österreich, Deutschland und der Tschechoslowakei. Emigrierte 1937 in die USA (Exil) und war dort seit 1948 als Dirigent und Musiklehrer in Washington tätig. Vermutlich Anfang der 1940er Jahre erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft und änderte seinen Vornamen auf Frederick. Nach Einsätzen für die USA während und nach dem Zweiten Weltkrieg lebte er ab 1948 in Washington D.C., wo er als Pädagoge und Dirigent wirkte und die Washington Civic Opera gründete. Am 1.9.1946 dirigerte er im Schlosspark Pötzleinsdorf das Niederösterreichische Landessymphonieorchester als Abschluss der Pötzleinsdorfer Sommerfestspiele.


Werke
Kammermusik und Lieder.
Literatur
Baker 1984; Müller-Asow 1929; Weltpresse 2.9.1946, 6 u. 5.9.1946, 6; Mitt. Archiv MUNiv. Wien; eigene Recherchen.

Autor(en)
Uwe Harten
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten/Monika Kornberger, Art. „Fall, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 19/07/2017]