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Příhoda, Příhoda, true Váša
* 1900-08-2222.8.1900 Wodnian (Vodňany/CZ † 1960-07-2626.7.1960 Wien. Geiger. Wuchs in Prag auf, wo sein Vater Alois, der auch P.s erster Lehrer war, eine MSch. gegründet hatte. 1910–19 Privatunterricht bei Jan Mařák, einem Schüler von O. Ševčík. Etwa 1912 erster öffentlicher Auftritt, 1919 erste Tournee in die Schweiz, danach gemeinsam mit der Pianistin Asta Doubravská nach Jugoslawien und Triest. Der Durchbruch gelang am 27. Dezember 1919 in Mailand, wo P. in Arturo Toscanini einen Fürsprecher fand. Es folgte eine Tournee durch Italien, nach Südamerika und in die USA. Nach seiner Rückkehr nach Europa ließ er sich in St. Wolfgang am Wolfgangsee/OÖ nieder, um sich auf Konzerte in Wien vorzubereiten. Nach seinem dortigen erfolgreichen Debüt 1922 folgten Konzerte in Linz, Graz und bis 1925 in zahlreichen Städten Deutschlands. P. errang rasch einen Ruf als glänzender Virtuose, man feierte ihn aufgrund seiner hervorragenden Technik als „den neuen Paganini“. Als sein ständiger Klavierbegleiter fungierte Ch. Cerné, mit dem er mehrmals auch in Radio Wien auftrat und einige Schallplatten aufnahm. Einige seiner Konzerte aus den großen Wiener Konzertsälen wurden direkt übertragen. Mitte der 1920er Jahre lernte P. A. Rosé kennen. 1928 machte er die Bekanntschaft mit dessen Tochter Alma, nach ihrer Heirat am 16.9.1930 (Trauzeugen A. Rosé und Franz Werfel) traten sie auch gemeinsam auf. Fünf Jahre später folgte die Scheidung. Im Juni 1931 fanden Verhandlungen zur Übernahme einer Meisterschule der MAkad. Wien statt, P. wollte in sechs Monaten pro Jahr neun Wochenstunden übernehmen. Aufgrund einer zu spät eingelangten Genehmigung durch das Finanzministerium zerschlug sich dieses Vorhaben. 1935/36 spielte er in zwei Spielfilmen mit (Die weiße Frau des Maharadscha, Una donna tra due mondi). Während des Zweiten Weltkriegs konzertierte er, wenn auch eingeschränkt, weiter (u. a. 1942 in Wien, Linz und Innsbruck) und widmete sich vermehrt seiner Lehrtätigkeit, u. a. am Mozarteum in Salzburg (seit 1936) und ab September 1942 an der MAkad. München. 1942 Gründung des Meistertrios (mit Paul Grümmer [Vc.] und Michael Raucheisen [Kl.]). Nach Kriegsende Auftrittsverbot für Tschechien aufgrund seiner Auftritte in Deutschland während des Krieges. In Wien erhielt er zunächst keine Engagements, da ihn die Wiener Presse für den Tod seiner ersten Frau Alma Rosé († 1944) verantwortlich machte. Nach seiner Rehabilitation 1946 konzertierte er wieder in Wien, seinen Wohnsitz hatte er mittlerweile nach Rapallo/I verlegt. 1948 türkische Staatsbürgerschaft. Später ließ er sich in St. Gilgen am Wolfgangsee/OÖ nieder und unterrichtete in Prag, Salzburg, München und ab 1.10.1950 an der MAkad. Wien (seit 6.2.1951 o.HProf, Schüler u. a. F. Cerha). Ab 1955 hatte er auch einen Zweitwohnsitz in Wien, zunehmende gesundheitliche Probleme schränkten seine Konzerttätigkeiten ein. P. war als Paganini-Spezialist berühmt, machte zahlreiche Plattenaufnahmen, schrieb die Kadenzen für die von ihm gespielten Violinkonzerte selbst und schuf auch einige Werke für Violine.
Ehrungen
Tschechischer Nationalpreis für Musik 1942; Widmungsträger von F. Cerhas 2 Stücke für Violine und Klavier: Meditation und Altes Lied.
Werke
Violinwerke (Romance élégiaque, Caprice); Bearbeitungen für V. u. Kl.; Plattenaufnahmen auf Polydor bzw. Grammophon.
Schriften
Die Geige in Neues Wr. Tagbl. 17.5.1933.
Literatur
MGG 13 (2005); Grove 20 (2001); https://de.wikipedia.org (12/2015); Prager Tagbl. 30.1.1923, 6; Wr. Ztg. 9.2.1932, 6; Neues Wr. Tagbl. 19.8.1942, [4]; Mitt. Archiv MUniv. Wien; eigene Recherchen (v. a. auf www.anno.onb.ac.at).

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Příhoda, Váša‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 21/12/2015]