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Jeral, Jeral, true Wilhelm
* 1861-10-022.10.1861 Prag, † 1935-12-1717.12.1935 Wien. Cellist, Komponist, Musikpädagoge. J. studierte 1873–79 am Konservatorium in Prag Cello bei F. Hegenbart sowie Klavier und Komposition. Vermutlich erhielt er auch kurzzeitig Unterricht bei D. Popper. 1880–86 unterrichtete J. an der Schule des Steiermärkischen Musikvereins in Graz und war am dortigen Landestheater als Solocellist sowie ab 1894 auch als Kapellmeister engagiert. 1887–91 war er ebenfalls Solocellist und Kapellmeister an der Deutschen Oper Rotterdam/NL. Ab 1891 lebte J. in Wien und konzertierte bis 1899 als freischaffender Cellist. Bei einem Gastspiel in Prag sprang er bei einer Aufführung der Walküre für einen Kollegen ein, wobei er von A. Neumann und G. Mahler entdeckt wurde, die ihn 1900 an die Wiener Hofoper sowie für die Wiener Philharmoniker engagierten (bis 1926). 1903 stieg er zum Solocellisten auf. In Wien widmete er sich auch verstärkt der Kammermusik und wurde 1901 auch Mitglied des Prill-Quartetts (K. Prill [Vl. 1], A. Siebert [Vl. 2], H. v. Steiner [Va.]). Daneben unterrichtete J. 1920–32 am Neuen Wiener Konservatorium (Musiklehranstalten), zu seinen Schülern zählen u. a. S. Benesch oder Theo Salzmann. In den letzten Jahren hatte J. mit gesundheitlichen Problemen, insbesondere einem Augenleiden zu kämpfen, weshalb er 1926 in den Ruhestand versetzt wurde und danach ausschließlich unterrichtete. J. komponierte zahlreiche Werke, die in dieser Zeit auch häufig von anderen Cellisten aufgeführt wurden, darunter besonders sein Cellokonzert A-Dur, das W. Willeke in Köln/D uraufführte. J. starb 1935 an einer Lungenentzündung. Er war verheiratet mit Charlotte J. (geb. Pollak; 1867–1956, begr. Santa Monica, CA/USA). Nach J.s Tod wanderte diese mit den gemeinsamen Kindern Paul J. (* 13.4.1889 Amsterdam, † 30.8.1956 Los Angeles, CA; verh. mit Emmy Orenstein [* 18.5.1898 Brünn?/Mähren [Brno/CZ], † 30.8.1956 Los Angeles]), und Margot Albertine J. (verh. Soffer; * 8.3.1893 Wien, † 6.11.1960 Los Angeles) in die USA aus. Margots Tochter Marietta (* 9.5.1922 Wien, † 2.10.1978 Gentofte/DK) heiratete 1950 den Physiker und Nobelpreisträger Aage Niels Bohr (1922–2009).
Ehrungen
Prof.-Titel 1926; Ehrenmitglied des Neuen Wiener Konservatoriums 1932.
Werke
Cellokonzert A-Dur op. 10 (gewidmet W. Willeke), weitere Kompositionen f. Vc., Lieder, außerdem zahlreiche Bearbeitungen für die Universal Edition.
Literatur
Ch. Merlin, Die Wr. Philharmoniker 2 (2017); E. Möller, Die Musiklehranstalten der Stadt Wien und ihre Vorläufer in der 1. Hälfte des 20. Jh.s, Diss. Wien 1994; F. Jansa, Dt. Tonkünstler u. Musiker in Wort u. Bild 21911; Müller-Asow 1929; Violoncellisten der Gegenwart in Wort und Bild 1903; St. Buchon, Le catalogue historique de la maison d’édition musicale Universal-Edition (1901–1932), Diss. Berlin 2015; Grazer Volksbl. 8.1.1885, 8; Prager Tagbl. 2.10.1892, 32, 13.3.1896, 3f; Prager Abendbl. 12.3.1896, 3; Signale für d. musikalische Welt H. 17 (1898), 265; Montags-Revue aus Böhmen 8.3.1897, 8; NFP 20.11.1898, 15, 28.11.1909, 17, 6.9.1925, 16, 28.12.1925, 7, 28.3.1926, 12, 26.3.1928, 2, 18.9.1932, 9, 20.12.1935, 10; Dt. Volksbl. 16.11.1903, 3; Neues Wr. Tagbl. 13.2.1904, 32; Musikalisch-literarischer Monatsbericht 1910, 164; Fremden-Bl. 28.11.1915, 16; Reichspost 5.9.1925, 7; Radio Wien 8.9.1933, 38; Illustrierte Kronen Ztg. 19.12.1935, 9; https://de.findagrave.com/ (7/2021); https://de.wikipedia.org (7/2021); eigene Recherchen (www.geni.com [7/2021]; www.anno.onb.ac.at [7/2021]).

Autor(en)
Meike Wilfing-Albrecht
Empfohlene Zitierweise
Meike Wilfing-Albrecht, Art. „Jeral, Wilhelm‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 8.10.2021]