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Hagen, Hagen, Oskar: Familie
Oskar: * 1931-06-044.6.1931 Lustenau/V, † 2021-01-1818.1.2021 Salzburg. Bratschist, Pädagoge. Nach einem ersten Unterricht in Lustenau studierte er an der MHsch. Mozarteum Salzburg. O. H. war 1952 Gründungsmitglied der von B. Paumgartner geleiteten Camerata Academica. Er war Solobratschist des Mozarteumorchesters Salzburg und Mitglied des Kammermusikensembles Die Salzburger Mozartspieler. Er war der erste Lehrer seiner vier Kinder, aus denen sich das weltberühmte Hagen Quartett entwickelte.
Werke
mit den Salzburger Mozartspielern: LP W. A. Mozart, Divertimentos 7 & 10 und Ländlerische Tänze 1965.
Literatur
Privatarchiv Familie H.


Seine Kinder

Angelika (gesch. Bernhofer-H.): * 13.10.1960 Salzburg. Geigerin, Wissenschaftlerin, Coach. Erster Unterricht bei ihrem Vater. 1975–81 Violinstudium bei Bruno Steinschaden und H. Zehetmair an der MHsch. Mozarteum Salzburg. Zusammen mit ihren Geschwistern Lukas, Veronika und Clemens war Angelika H. Gründungsmitglied und zweite Geigerin des H. Quartetts. Nach einer musikalischen Pause folgte das Studium der Ethnologie und Verhaltensforschung an der Univ. Wien (1989 Promotion). 1995 gründete sie die Dr. A. H. GmbH für angewandte Sozialforschung und Beratung und entwickelte gemeinsam mit Ernst Gehmacher Methoden zur Messung von Sozialkapital. Sie arbeitet heute als Supervisorin und Coach in Wien und befasst sich mit individueller und kollektiver Glücksforschung. Musikalisch widmet sie sich der Improvisation, auch in Verbindung mit anderen künstlerischen Ausdrucksformen. Seit 2011 kuratiert und bestreitet die Geigerin u. a. mit ihrem Lebensgefährten, dem Jazzgeiger A. Schreiber, die Reihe Klang der Arbeit, eine die reine Musik überschreitende Performanz-Reihe. Aus ihrer ersten Ehe mit Martin Bernhofer entstammt Sohn David (* 1985).


Schriften
(Auswahl:) Mutter-Kind-Interaktion. Humanethologisch-ethnologische Integration in Bezug auf die gesellschaftspolitische Relevanz, Diss. Wien 1989; gem. m. E. Gehmacher: Sozialkapital. Glück und Liebe messen und machen 2016; Hg.in Flucht in die Freiheit: Österreichische Juden in Palästina und Israel 2006.
Werke
gem. m. A. Schreiber: CD Paris – Zakros, Sunrise 2017.


Lukas: * 8.5.1962 Salzburg. Violinist, Pädagoge. Er studierte bis 1983 Violine bei H. Zehetmair, anschließend war er Privatschüler von G. Kremer. L. H. ist seit der Gründung des H. Quartetts dessen Primarius. Er unterrichtet seit 1988 am Mozarteum Salzburg. 1999 wurde er o. Prof. für Violine und Leiter der Kammermusik. An dieser MUniv. war L. H. 2006–12 überdies Vizerektor für künstlerische Belange. Er ist Juryvorsitzender des Internationalen Mozartwettbewerbs für Streichquartett am Mozarteum und leitet weltweit Meisterkurse für Violine und für Kammermusik. 1994–2001 war er Konzertmeister des in London gegründeten Chamber Orchestra of Europe und ist Gründungsmitglied des 2003 von C. Abbado und dem Intendanten Michael Haefliger gegründeten Lucerne Festival Orchestra. Zusammen mit seiner Frau, der Geigerin Iris, geb. Juda, leitete L. H. 2004–14 ein eigenes Festival, das H. Open auf der Burg Feistritz in Feistritz am Wechsel/NÖ. Gemeinsam haben sie zwei Kinder, Oscar Samuel (s. u.) und Luisa (* 1998).


Werke
(Auswahl:) mit der Camerata Salzburg: J. und M. Haydn, Violinkonzerte G-Dur und B-Dur 2006.
Literatur
www.moz.ac.at (5/2023), Privatarchiv Familie H.


Veronika (verh. H. Di Ronza): * 5.5.1963 Salzburg. Bratschistin. Erster Unterricht im Alter von sechs Jahren bei ihrem Vater, später an der MHsch. Mozarteum Salzburg bei H. Zehetmair (Konzertdiplom 1983) und anschließend bei H. Beyerle an der MHsch. Hannover/D (Konzertexamen 1990). Gründungsmitglied des H. Quartetts. Als Kammermusikerin arbeitete V. H. mit zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern wie H. Beyerle, N. Harnoncourt, G. Kremer, Ivry Gitlis, Sabine Meyer, Mitsuko Utchida und in jüngster Zeit (2023) mit Sol Gabetta und Jörg Widmann zusammen. Solo- und Kammermusikaufnahmen für Deutsche Grammophon, unter anderen die Violasonaten von J. Brahms sowie die Violakammermusik von J. Joachim. Im November 1998 spielte sie als Solistin mit der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz die deutsche EA des Violakonzerts von Sofia Gubaidulina. 2003 Gründungsmitglied des Lucerne Festival Orchestra. In diesem Orchester Zusammenarbeit mit Dirigenten wie C. Abbado, Andris Nelsons oder Ricardo Chailly. V. H. ist Dozentin bei internationalen Meisterkursen und unterrichtet seit 1988 an der MHsch. (jetzt MUniv.) Mozarteum. Seit 2003 ist sie dort o. Prof.in für Viola und Kammermusik. V.H. ist verh. mit dem Kontrabassisten R. Di Ronza. Sie leben gemeinsam mit ihren Söhnen Daniel (* 2002), Claudio (* 2003) und Julian (* 2005) bei Salzburg.


Ehrungen
Zweiter Preis beim Internationalen Viola-Wettbewerb Budapest 1984.
Werke
Alben: mit G. Kremer, Sabine Meyer, C. Hagen, O. Maisenberg: Kremerata Musica 1995; mit P. Gulda: J. Brahms, Die Bratschensonaten 1997; J. Joachim, Hebräische Melodien op. 9 und Variationen über ein eigenes Thema für Viola und Klavier op. 10, 1997; mit Augustin Dumay und der Camerata Academica Salzburg: W. A. Mozart, Sinfonia concertante 2000; mit dem Cuarteto Quiroga: J. Haydn, W. A. Mozart, Und es ward Licht! 2022.
Literatur
www.moz.ac.at (5/2023); Privatarchiv Familie H.


Clemens: * 3.7.1966 Salzburg. Cellist. 1974–83 Studium an der MHsch. Mozarteum bei W. Tachezi (großes Diplom) und 1983–87 am Konservatorium Basel/CH bei H. Schiff (Solistendiplom). Gründungsmitglied des H. Quartetts. Regelmäßige Auftritte als Solist mit führenden Orchestern wie den Wiener und den Berliner Philharmonikern, dem Chamber Orchestra of Europe, dem Cleveland Orchestra und Dirigenten wie N. Harnoncourt, C. Abbado, F. Welser-Möst, Ingo Metzmacher oder Manfred Honeck. Seit 1988 ist C. H. Dozent und seit 2003 Univ.-Prof. für Violoncello an der Univ. Mozarteum Salzburg. Aufnahmen sämtlicher Werke für Violoncello und Klavier von R. Schumann und von J. Brahms. Seit dem Gründungsjahr 2003 ist C. Hagen Mitglied des Lucerne Festival Orchestra. 2018/19 Beitritt zum Wiener Klaviertrio (David McCarrol [V.], Stefan Mendl [Kl.]). Der Cellist bildet seit 2021 gemeinsam mit seiner Tochter Julia das Duo H.


Ehrungen
Preisträger des Karl-Böhm- sowie des Spezialpreises der Wiener Philharmoniker 1983.
Werke
CDs gem. m. St. Vladar: R. Schumann, Sämtliche Werke für Vc. u. Kl. 2010; gem. m. P. Gulda: L. van Beethoven, Sämtliche Werke für Violoncello und Klavier 1995/96; gem. mit G. Kremer, N. Harnoncourt und dem Royal Concertgebouw Orchestra: J. Brahms, Doppelkonzert op. 102 1997.
Literatur
Mitt. Müller & Pavlik Artistic Management (Hagen-Bio-DE-2021, 5/2023); https://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_Hagen (5/2023).


Lukas’ Frau

Iris Elizabeth, geb. Juda: * 4.4.1958 Hilversum/NL. Violinistin und Bratschistin. Tochter des früheren Konzertmeisters des Concertgebouw Orkest Amsterdam Jo Juda (1909–85). Sie studierte zuerst bei Qui van Woerdekom, dann bei ihrem Vater, der sie musikalisch sehr geprägt hat. Anschließend Unterricht bei dem berühmten Violinpädagogen Herman Krebbers (1923–2018) am Conservatorium van Amsterdam. Weitere Studien führten sie 1986 ans Mozarteum Salzburg in die Meisterklasse von S. Végh. 1979 wurde sie Mitglied des European Community Youth Orchestra und war 1981 Gründungsmitglied und stellvertretende Konzertmeisterin des Chamber Orchestra of Europe. 2003 Gründungsmitglied des Lucerne Festival Orchestra. Neben der Violine spielt I. H. auch Viola und ist seit 2007 Solobratschistin der Camerata Salzburg. Sie konzertierte mit bedeutenden Kammermusikpartnerinnen und -partnern auf vielen europäischen Festivals, so unter anderen als Bratschistin mit dem H. Quartett. Mit ihrem Ehemann leitete sie von 2004–14 das Festival H. Open auf der Burg Feistritz in Feistritz am Wechsel.


Werke
(Auswahl:) gem. m. Mayumi Seiler, Diemut Poppen, Werner Dickel, Richard Lester und Howard Penny: CD Luigi Boccherini, Streichsextett op. 23, Nr. 1 und 3 auf L. Boccherini. Meisterwerke 2001.
Literatur
www.lucernefestival.ch (5/2023); http://salzburgermusikverein.at (5/2023); www.discogs.com/ (5/2023); Kunst-ARCHIV-Raum/Universität Mozarteum Salzburg/Studierendenakten.


Clemens’ Tochter

Julia: * 7.6.1995 Salzburg. Cellistin. 2007–11 Unterricht bei Enrico Bronzi an der MUniv. Salzburg und bei Reinhard Latzko an der MUniv. Wien. 2011–13 setzte sie ihre Studien bei H. Schiff und anschließend bei Jens-Peter Maintz an der Univ. der Künste Berlin fort. Seit 2019 Stipendiatin an der Kronberg Academy in Kronberg im Taunus/D, wo sie u. a. 2021 mit G. Kremer zusammenarbeitete. Sie tritt mit Kammermusikpartnern wie Renaud und Gautier Capuçon, Marc-André Hamelin, Igor Levit und mit namhaften Ensembles wie dem H. Quartett regelmäßig auf internationalen Festivals auf (Salzburger Festspiele, Beethovenfest Bonn/D, Verbier Festival, Festival d’Aix en-Provence Rosendal Festival, Schubertiade Hohenems). Auftritte als Solistin verschiedener Orchester (City Orchestra of Birmingham, Copenhagen Philharmonic, Münchner Sinfonikern, RSO Wien, Brucknerorchester Linz) auf den wichtigsten europäischen Bühnen. Im Februar 2023 gab sie mit J. Haydns Cellokonzert C-Dur und mit dem Vancouver Symphony Orchestra ihr Nordamerika-Debüt. J. H. lebt in Wien.


Ehrungen
Siegerin und Publikumspreis beim Concorso Internazionale di Violoncello „Benedetto Mazzacurati“ Turin/I 2016; Prix Jean-Nicholas-Firmenich, Festival Verbier 2016; Beethoven-Ring Bonn 2022; Suisse Young Artist Award 2024.
Werke
gem. m. Annika Treutler: CD J. Brahms, Sonaten für Violoncello und Klavier 2019.
Literatur
www.juliahagen.com (6/2023), www.buergerfuerbeethoven.de (6/2023); www.diepresse.com (2/2024).


Lukas’ Sohn:

Oscar Samuel: * 18.5.1996 Salzburg. Cellist. Studierte an der MUniv. Mozarteum Salzburg bei Giovanni Gnocchi und an der MUniv. Wien bei Stefan Kropfitsch. 2015/16 war er Mitglied des Gustav Mahler Jugendorchesters, das als eines der führenden Jugendorchester Europas gilt. 2016 gründete er gemeinsam mit Marie-Therese Schwöllinger, Alexandra Moser und Anuschka Cidlinsky das Javus Quartett. Maßgebliche Mentoren sind sein Vater Lukas H., Johannes Meissl (Artis Quartett) und G. Pichler (Alban Berg-Quartett, Escuola Superior de Musica Reina Sofia, Madrid). O. S. arbeitet als Mitglied des Javus Quartetts mit Musikern wie H. Beyerle, G. Schulz und Thomas Adès zusammen. Der Cellist ist seit 2018 überdies Mitglied des Alma Mahler Kammerorchesters. Er lebt (2023) in Wien.


Ehrungen
Erster Preis beim Internationalen Wettbewerb Premio Crescendo Florenz 2015; mit dem Javus Quartett Hans Gál Preis Mainz 2022.
Literatur
www.javusquartett.com (5/2023); www.adwmainz.de (5/2023).

Autor*innen
Pablo Vivanco
Letzte inhaltliche Änderung
23.2.2024
Empfohlene Zitierweise
Pablo Vivanco, Art. „Hagen, Familie“, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 23.2.2024, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x003e699e
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.


DOI
10.1553/0x003e699e
GND
Hagen, Angelika: 141328045
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Hagen, Lukas: 135473233
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Hagen, Veronika: 13497624X
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Hagen, Clemens: 134763793
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Hagen, Iris: 134794613
OBV
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