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Iglau (deutsch für tschechisch Jihlava)
Die westmährische Stadt (ehemals Bezirksstadt, heute Verwaltungssitz der Region Vysočina) liegt am Fluss Jihlava an der einstigen böhmisch-mährischen Grenze, inmitten der böhmisch-mährischen Höhe. Der Ort wurde nach dem Fluss benannt, der Ortsname geht auf zwei Wurzeln zurück: eine slawische (slawische Siedlung etwa im 10. Jh.) bzw. eine deutsche (die deutsche Bezeichnung I. ist vermutlich vom Wort Igel = tschech. ježek abgeleitet). Die Stadt I. wird bereits in der 2. H. des 12. Jh.s erwähnt. Der Silberabbau führte deutsche Siedler in die Region, ab der Mitte des 13. Jh.s entwickelte sich der Ort zur königlichen Bergbaustadt. Das I.er Stadt- und Bergbaurecht diente auch anderen Bergbaustädten in Böhmen und Mähren als Vorbild. Mit der durch den Silberabbau ausgelösten Hochkonjunktur hängt auch der damalige Anstieg der Bevölkerungszahl zusammen. Im 14. Jh. lag der wirtschaftliche Schwerpunkt auf Handwerk und Handel, es kam zu einer weiteren Fixierung des Bergbaurechts. Im Jahr 1436 wurden die I.er Kompaktaten proklamiert. Die Stadt leistete zwar Widerstand gegen die reformatorische Hussitenbewegung wie auch gegen den Hussitenkönig Georg v. Podiebrad (Jiří z Poděbrad), nahm jedoch Anfang des 16. Jh.s die deutsche Reformation an; Begründer des Protestantismus in I. war der Schwabe Paul Speratus (1484–1551). Der Beginn der Gegenreformation nach der Schlacht am Weißen Berg und der Dreißigjährige Krieg bremsten die Weiterentfaltung Is. Hauptträger der Gegenreformation war das Jesuitenkolleg (1624–1773). Aus der Zeit der Rekatholisierung erhielten sich Informationen, wonach es zur Wiederaufnahme von Musik und Gesang an der Pfarrschule und zur Gründung einer Stiftung für sieben Sänger gekommen war. An die Stelle des niedergehenden Bergbaus trat bereits im 16. Jh. die Tuchherstellung. Die Schwelle vom 18. zum 19. Jh. markiert den neuzeitlichen industriellen Aufstieg I.s, vorherrschend waren die Textil- sowie die Holz und Leder verarbeitende Industrie. Gegen Ende des 19. Jh.s war I. die zweitgrößte Stadt in Mähren (nach Brünn), nach 1945 kam es zu einem weitreichenden Aufschwung moderner Industrie und tschechischen Kulturlebens. Bereits im Humanismus war in I. das tschechische Sprach- und Kulturelement auf markante Weise in den Vordergrund getreten, doch die Stadt erhielt sich bis in die Zwischenkriegszeit ihren deutschen Charakter: Die Region I. war die westlichste deutsche Enklave in Mähren. 1930 hatte I. 31.028 Einwohner, davon 12.095 Deutsche und 17.968 Tschechen.

Die ältesten Berichte über Musik hängen mit der Reise von Konrad dem Streyher (1322) und dem Jahr 1486 zusammen, als anlässlich des Treffens von Vladislav II. von Böhmen mit Matthias Corvinus von Ungarn die ungarische Hofkapelle aufgetreten ist. Kirchengesang entfaltete sich in I. im Rahmen von Ordensgemeinschaften (Dominikaner und Minoriten ab der 1. H. des 13. Jh.s). Um 1250 begann der Bau dreier Kirchen: der Minoritenkirche (Mariä Himmelfahrt), der Dominikanerkirche (Kirche der Erhöhung des Hl. Kreuzes) und der zum Kloster Seelau (Želiv/CZ) gehörenden Stadtkirche (Hl. Jakob). Aus dem 14. Jh. stammen erste Berichte über die Tätigkeit von Instrumentalisten. Von späteren Aktivitäten auf diesem Gebiet sind die Stadttrompeter hervorzuheben, wie auch die sog. dyndácká hudba (Dyndy-Musik, dyndy = spezielle Geige), die in der Gegend um I. verbreitet gewesen war. Auf dem Gebiet des Orgelbaus hatte bis zur Mitte des 15. Jh.s die Familie Pilgram (Pilgreym) die bedeutendste Stellung inne. Darüber hinaus sind noch Georg Koch (um 1590) aus Sankt Joachimsthal (Jáchymov/CZ) und der bedeutende jesuitische Orgelbauer Thomas Jakob Schwarz (um 1730, Erneuerer des Instruments in der Jesuitenkirche) zu nennen. Im 16. und 17. Jh. wirkte in I. eine Literatenbruderschaft. Die charakteristischste Form des I.er Musiklebens in der Epoche des Späthumanismus war jedoch der Meistersang. Die hiesige Meistersinger-Schule entstand 1571, der Impuls dazu kam von Thomas Bendel (Krendl), Jonas Zeidler und Jakub Pukane, die Schulordnung orientierte sich an deutschen und österreichischen Vorbildern (z. B. Steyr). Die Schule war eine der östlichsten ihrer Art in Europa und veranstaltete öffentliche Wettbewerbe, wobei sich die Texte an biblischer Thematik zu orientieren hatten. Bürgermeister und Rat der Stadt hatten die Tabulatur und die Schulordnung zu bestätigen. Alljährlich wurden vier große Singen organisiert, überliefert sind neben drei Weisen zahlreiche Dichtungen sowie Interna. Noch zu Beginn des 17. Jh.s wurden auch Sänger aus anderen mährischen Städten nach I. geladen, die Schultradition endete dann 1620. Eine Stadtschule gab es in I. schon im 13. Jh., ihr Schulrektor war zugleich Notar. Die Epoche der Reformation und die Kontakte zu Wittenberg/D blieben nicht ohne Einfluss auf die Kirchenmusik. Die Lateinschule wurde 1624–1773 von den Jesuiten verwaltet. Diese errichteten auch die Kirche des Hl. Ignatius von Loyola (1680–99). Das musikalische Niveau im Jesuitenkolleg war hoch. Zur Tradition der Schule gehörten auch die an den Schuljahresenden gespielten Theatervorstellungen, die musikalischen Einlagen einschlossen (Jesuitendrama). Unter den tschechischen und deutschen Studenten fanden sich auch J. W. A. Stamitz wie auch sein Bruder Anton Thaddäus Johann Nepomuk Stamitz (1722–68; Studium 1733–39). Nach der Aufhebung des Jesuitenordens kam das Gymnasium unter städtische Verwaltung. Weitere bekannte Absolventen waren W. J. Tomaschek (am Gymnasium 1787–89), J. L. Dussek (u. a. Studium der Musik beim Regens chori der Minoritenkirche, Ladislaus Spinar), F. X. Partsch und Jan Emanuel Doležálek (1780–1858). Das I.er Gymnasium ebenfalls besucht haben F. Smetana (1835/36 Unterricht bei Viktor Maťocha) und G. Mahler (1869–71, 1872–75, extern bis 1877). Im Rahmen seiner Studienzeit an der I.er Hauptschule genoss auch Karel Havlíček-Borovský Musikunterricht. G. Adler verbrachte in I. seine Kindheit (1856–64).

Zu bedeutenden Persönlichkeiten des Musiklebens im 18. Jahrhundert zählen der Dominikanerprediger Josef Augesky (Aujeský; 1745–90, Harfenist), der Minoritenpater Donat (um 1780 Regens chori und Organist, Tomascheks Generalbasslehrer), Medard Pisaržik (Písařík; Organist an der Dominikanerkirche, um 1752), Georg Prokop von Lilienwald aus Böhmen (Arzt und Tenor, um 1807), Johann Evangelist Schneider (Violin- und Viola d’amore-Spieler, Jurist, Beamter, später in Temesvár [Timişoara/RO] tätig) sowie Arno Werner (Organist und Chorregent an der Kirche des Hl. Jakob). Aus I. und Umgebung stammen Musiker wie der mit Wien in Verbindung stehende Geiger und Komponist J. Benesch, der Komponist und Kapellmeister Vincenc František Faltis (1856–1951), der Komponist Alfred M. Jelínek (1884–1932, in den Jahren 1924–26 Schüler von J. B. Foerster), Hans Bruckmüller (Ballett-, Singspiel-, Chor- und Liedkomponist) sowie der Komponist und Kontrabassist Josef Tomschiček (Tomschiczek, Tomschitschek). Einige Jahre lang hatte der Musikpädagoge Emanuel Binko (1851–93) in I. gewirkt, eine positive Beziehung zur Stadt und ihrer breiteren Umgebung hatte auch G. Mahler (in den Jahren 1860–75 in I.: seine Musikausbildung genoss er bei Jakub Sladký, dem Kontrabassisten der I.er Stadtkapelle, er studierte auch bei deren Kapellmeister František Viktorin, darüber hinaus nahm er Klavierunterricht bei Jan Brož; von großem Einfluss auf ihn war Heinrich August Fischer [1828–1917]). Mit dem Sammeln von Volksliedern aus der Region I. beschäftigten sich in erster Reihe Vladimír Urbánek und Alžbeta Malá-Vidláková.

Der erste Bericht über den hiesigen Opernbetrieb stammt aus dem Jahr 1740; ab 1781 wurden regelmäßig Bühnenaufführungen veranstaltet, bei denen auch die Mitglieder des Musikvereins (gegründet 1819 auf Initiative des Bürgermeisters Adolf Keller und des Kaufmanns Jakub Hönigfeld, Auflösung 1862) mithalfen. Direktor der Vereinsschule war Johann Ferdinand Pokorný (1797–1870), Regens chori, Theaterkapellmeister und bedeutender Organisator, der im Saal des ehemaligen jesuitischen Gymnasiums insgesamt 435 Akademien geleitet hatte. Pokorný war Chorregent dreier I.er Pfarrkirchen (seit 1836), mehr als 20 Jahre lang Kapellmeister bzw. Musikdirektor der Schützenkapelle, Chormeister des ersten Männergesangvereins in I., sowie Ehrenmitglied des nachfolgenden zweiten. Pokorný ist darüber hinaus der Autor der Geschichtlichen Skizze des Musikvereins in der k. k. Stadt I. Der Komponist P. Evermond Edvard Batka (1797–1873) und Smetanas Gymnasiallehrer V. Maťocha (1801–62) beteiligten sich ebenfalls an den Aktivitäten des Musikvereins. 1838 erweiterte der Musikverein die Gesangschule (seit 1819) um eine Schule für Streichinstrumentalisten, 1846 um eine für Bläser. Als Kapellmeister der Opernaufführungen leitete Pokorný u. a. W. A. Mozarts Don Giovanni und Die Zauberflöte, wie auch C. M. v. Webers Freischütz. In den Jahren 1825–50 wurde lediglich in einem Saal im zweiten Stockwerk eines Gasthauses (Saalkapazität: 300 Zuschauer) gespielt, ab 1793 stand auch die ehemalige St.-Elisabeth-Kirche öffentlichen Theaterproduktionen zur Verfügung. In den 1820er Jahren und gegen Ende der 1840er Jahre machten Wandertruppen in I. Halt, jeweils in den Herbst- und Wintermonaten, und präsentierten hier ihr hochwertiges Repertoire. Ende der 1. H. des 19. Jh.s erreichte das I.er Theater sein höchstes künstlerisches Niveau. Es wurden auch Opern aufgeführt und durch den Umbau der ehemaligen Kapuzinerkirche standen ab 1850 neue Räumlichkeiten zur Verfügung (Saalkapazität: ca. 1.200 Zuschauer). Ab 1852 hielt sich H. A. Fischer in I. auf und leitete hier dank der Unterstützung eines Dilettantenvereins im Winter 1853/54 fünf Opernaufführungen.

Trägerin der städtischen Musikaktivitäten nach 1868 war die von H. A. Fischer geführte Stadtkapelle. 1868 wurde sie von der Stadt zugelassen, zu diesem Zeitpunkt gehörten ihr 20 Musiker an. Sie trat auch im Musiktheater, bei Begräbnissen und im Rahmen des Schützenkorps auf. In den 1860/70er Jahren spielten Militärkapellen eine gewichtige Rolle im Rahmen der I.er Musikszene; I. war zu dieser Zeit eine Garnisonsstadt. Zu den Musikzentren gehörten neben den Kirchen und dem Theater auch große Säle (im Gasthaus Drei Fürsten, im Hotel Zum goldenen Löwen und im Hotel Czap). Seit den frühen 1850er Jahren spielte auch der I.er Männergesangverein eine wesentliche Rolle im Musikleben der Stadt. Der erste Gründungsversuch fällt in die Jahre 1848/49 (initiiert von J. F. Pokorný), der zweite in das Jahr 1852 (Aktivitäten von H. A. Fischer). Letzterer wirkte als Chorleiter der St.-Jakobs-Kirche (1858–1909), gründete in dieser auch einen Frauenchor. Dank seiner Bemühungen wurden in I. auch Oratorien und Opern aufgeführt. Erwähnenswert ist auch das 1862 über die Bühne gegangene I.er Sängerfest; dessen Organisator, H. A. Fischer, widmete sich auch der Komposition. Ein weiterer Komponist mit Bezug zur Stadt ist der in I. geborene A. Carl Wosahlo, Autor einiger in den 1870er Jahren in Wien und Breslau aufgeführter Possen und Operetten, wie auch des Oratoriums Der Tod Jesu (Text: Karl Wilhelm Ramler).

In der Zwischenkriegszeit machte insbesondere das tschechische Musikleben eine dynamische Entwicklung durch. 1924 entstand die städtische MSch., und auf Betreiben deren Direktors Bohumil Bouda (1896–1960) hin wurde 1929 die I.er Philharmonie (Jihlavská filharmonie) gegründet (ab 1957 unter dem Namen Landessinfonieorchester [Krajský symfonický orchestr]). 1927 nahm der Sängerchor Foerster (der ursprüngliche Name lautete Sängerchor des Verbandes der nationalen Befreiung [Pěvecký sbor Svazu národního osvobození], ab 1934 Foerster) seine Tätigkeit auf, im Jahr 1921 der tschechische Arbeitersängerchor (Arbeiter-Musikbewegung) Máj. Im Jahr 1919 wurde der Sängerchor Hlahol gegründet (Hlahol-Dirigent Rudolf Pavlata war auch Kapellmeister der Garnisonsmusik). Ebenfalls 1921 entstand der deutsche, kommunistisch gesinnte Arbeitergesangverein. Ab 1941 wirkte Fritz Stolle (1908–88, Musikerzieher an der Lehrerbildungsanstalt) in I., 1941 gründete er den I.er Sängerkreis (wiedergegründet 1948), er leitete den städtischen wie den Opernchor und widmete sich auch der Komposition (z. B. Schauspielmusik zu Schillers Braut von Messina für das I.er Stadttheater). Im 19. und 20. Jh. waren in I. mehrere deutsche sowie tschechische Instrumentenbauer tätig, z. B. die Firma Gabriel Beers Söhne (Geigenbauer seit 1885), die Firma Bernhard Berkemayer (Klavier- und Instrumentenbau) und die Pianofabrik Hoffmann & Czerny (gegr. 1924).

Mittelpunkt des kulturellen Lebens nach 1945 war insbesondere das Theater Horácké divadlo (entstand 1940 als regionales Laientheater und war ursprünglich in Třebíč/CZ angesiedelt, 1945 erfolgte der Umzug nach I.). Das Repertoire des Ensembles bestand zwar vorwiegend aus Dramen, nach 1950 wurden jedoch auch Opern einstudiert. Der Klub der Freunde des Horácké divadlo (Klub přátel Horáckého divadla) organisierte aber auch Konzerte, und das Theaterorchester unter der Leitung von Miroslav Brož begründete mit seiner Konzerttätigkeit Anfang der 1950er Jahre eine Tradition, an die später das Festival I.er Musikfrühling (Jihlavské hudební jaro) anknüpfte. Einen beträchtlichen Anteil am hiesigen Musikleben hatte auch die Volkskunstschule, erwähnenswert sind ferner das Sinfonieorchester der Region Horácko (Horácký symfonický orchestr), die verhältnismäßig starke folkloristische Strömung (u. a. Wiederaufkommen von skřipky/dyndy-Formationen) und zu guter Letzt das Festival für neue Interpreten volkstümlicher Lieder. Die Musikforschung um 1960 entfaltete sich vornehmlich rund um das I.er Pädagogische Institut. Im Rahmen des zweiten Jahrgangs des Festivals vokaler Kompositionen (Festival vokální tvorby) wurde vom Verband tschechoslowakischer Komponisten erstmals ein internationaler Kompositionswettbewerb ausgerufen.

Die Chorgesang-Tradition entfaltete sich einerseits auf Initiative des Sängerchors Foerster (langjährige Tätigkeit von Josef Mátl), andererseits dadurch, dass I. seit 1958 Austragungsort des landesweiten Festivals neuer tschechoslowakischer Vokalkompositionen (Celostátní festival nové československé vokální tvorby; Konzerte, Seminare, Wettbewerb um das beste Vokalstück) – dieses wiederum Bestandteil des I.er Musikfrühlings – gewesen ist. Seit 1982 nennt sich die Veranstaltung Chorkunst-Festival (Festival sborového umění). Nachfolgend eine Auswahl an Chören, die ihre Aktivitäten nach 1945 aufgenommen haben: Dětský pěvecký sbor Zvoneček při PS Campanula Jihlava (Kindersingchor Glöckchen beim Gesangverein Campanula Jihlava), Dětský pěvecký sbor Gaudium (Kindersingchor Gaudium), Dívčí sbor SOŠ sociální u Matky Boží v Jihlavě (Mädchenchor der Fachschule für Sozialberufe bei der Mutter Gottes in I.), Pěvecký sbor Gymnázia Jihlava (Sängerchor des Gymnasiums I.), Pěvecký sbor Iuventus (Sängerchor Iuventus), Jihlavský chrámový sbor (I.er Domchor), Jihlavský smíšený pěvecký sbor Melodie (I.er gemischer Sängerchor Melodie), Pěvecké sdružení Campanula Jihlava (Gesangvereinigung Campanula I.), Smíšený pěvecký sbor Foerster Sokola Jihlava (Gemischter Sängerchor Foerster des Sokol I.), Jihlavský dětský pěvecký sbor (I.er Kindersängerchor), Horácký smíšený pěvecký sbor (Gemischer Sängerchor der Region Horácko), Jihlavský dětský sbor při okresním domu pionýrů a mládeže(I.er Kinderchor beim Bezirkshaus für Pioniere und Jugend; nach 1989 Jihlavský dětský pěvecký sbor při domu dětí a mládeže [I.er Kindersängerchor beim Kinder- und Jugendhaus]), Dětský pěvecký sbor ZŠ Nad Plovárnou Jihlava (Kindersängerchor der Grundschule über dem Hallenbad I.). Das Jahr 1960 markiert den Beginn des I.er Mahler-Kults (Gedenktafel am Haus von Mahlers Familie wurde angebracht). Bereits anlässlich des 70. Jahrestages seiner Geburt trat 1930 die Tschechische Philharmonie unter der Leitung von Václav Talich in I. auf. Anfang der 1990er-Jahre formierte sich in I. der Verein Gustav-Mahler-Haus (Spolek Dům Gustava Mahlera), der Experten und Liebhaber von Mahlers Musik aus der Tschechischen Republik wie der Bundesrepublik Deutschland vereinigt. Anlässlich des 140. Jahrestages von Mahlers Geburt wurden die Feierlichkeiten (13.–15.10.2000) von der Stadt und in Zusammenarbeit mit dem Verein Gustav-Mahler-Haus in Szene gesetzt. Das Festival Mahlers I. (Mahlerova Jihlava) fand im Jahr 2002 zum ersten Mal statt (in I. und Kaliště u Humpolce/CZ).


Literatur
J. Flíček (Hg.), 20 let Horáckého divadla [20 Jahre Theater Horácké divadlo] 1960; J. Achatzi, I.er Heimatbuch 1962; Československá vlastivěda. Díl IX. Umění [Tschechoslowakische Heimatkunde. Teil IX. Kunst] 3 (1971); P. Kurfürst, Die Bauernfiedel. Streichinstrumente und Volksmusikanten in der I.er Sprachinsel 1996; Z. Geist in T. Fuchs (Hg.), [Kgr.-Ber.] Die Oper in Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien 1996, 1996; O. Settari in Slovník české hudební kultury [Lexikon der tschechischen Musikkultur] 1997;LdM 2000; J. Sedláková, Pěvecké sbory města Jihlavy [Die Gesangsvereine der Stadt Iglau], Dipl.arb. Budweis 2008; E. Staňková, Gustav Mahler a Jihlava [Gustav Mahler und Iglau], Dipl.arb Brünn 2010; Brünner Wochenbl. zur Beförderung der Vaterlandskunde, zur Belehrung und Unterhaltung 3 (1826), Nr. 75, 297ff; Ch. d’Elvert, Gesch. u. Beschreibung der Bergstadt I. in Mähren 1850; A. Wolfskron in Schriften der historisch-statistischen Sektion 7 (1854); Ch. d’Elvert, Gesch. der Musik in Mähren und Oesterr.-Schlesien mit Rücksicht auf die allgemeine, böhmische und österr. Musik-Gesch. 1873; B. Bouda, Pět let hudebního života v Jihlavě [Fünf Jahre Musikleben in Iglau] 1929; F. Herzig, Zehn Jahre im Kampfe für die Erhaltung des dt. Theaters 1919–1929, 1929; Th. Fischer in Dt. Heimat 7 (1931); E. Krajina,Památník pěvecké župy západomoravské vydaný o prvních společných pěveckých slavnostech v Třebíči ve dnech 30. a 31.5.1936 [Denkmal des Westmährischen Gesangsgaues, herausgegeben anlässlich des ersten gemeinsamen Sängerfestes in Trebitsch] 1936; B. PernicaZápadní Morava v hudbě [Westmähren in der Musik] 1938; A. Skála, Deset let Horáckého divadla [Zehn Jahre des Theaters Horácké divadlo] 1949; Z. Nejedlý, Bedřich Smetana 3 (1951); A. Pek in Národopisný věstník českoslovanský [Der tschechoslowakische heimatkundliche Anzeiger] 32 (1951); R. Quoika, Die Musik der Deutschen in Böhmen und Mähren1956; F. Streinz, Die Singschule in I. und ihre Beziehungen zum allgemeinen dt. Meistergesang 1958; F. Marek in Sborník prací pedagogického institutu v Jihlavě [Sammelband von Arbeiten des Pädagogischen Instituts in Iglau] 1 (1962); R. Quoika, Der Orgelbau in Böhmen und Mähren 1966; M. Kuna in Hudební rozhledy [Musikalische Rundschau] 28 (1965), Nr. 23/24; K. Blaukopf, Mahler 1976; K. Martner in ÖMZ 42 (1987), H. 4; Z. Jaroš, Der junge Gustav Mahler und I. 1994; S. Stanovská in Sborník prací Filozofické fakulty brněnské univerzity [Sammelband von Arbeiten der Philosophischen Fakultät der Brünner Universität] 16 (1994); Z. Jaroš in Vlastivědný sborník Vysočiny [Heimatkundlicher Sammelband aus der Böhmisch-Mährischen Höhe] 11 (1998); M. Stránský/V. Wolf, Horácké divadlo 1940–2000, 2000.

Autor(en)
Viktor Velek
Empfohlene Zitierweise
Viktor Velek, Art. „Iglau (deutsch für tschechisch Jihlava)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 09/01/2013]