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Schnürl, Schnürl, Karl: Familie
Karl: * 1924-11-1919.11.1924 Wördern/NÖ, † 2011-06-033.6.2011 St. Andrä-Wördern/NÖ. Musikpädagoge. Im Haus seiner Eltern, des Verlegers Karl Sch. und seiner Frau Maria, wurde viel musiziert, die Mutter war selbst Sängerin am Kirchenchor. Musikunterricht (Klavier, Musiktheorie und Gehörbildung) bei Anny Hartmann. Nach der Matura Kriegsteilnahme und Verletzungen. Ab 1940 Studien am Konservatorium der Stadt Wien (Klavier, Horn), Univ. Wien (Musikwissenschaft und Germanistik, Dr. 1949) und MAkad. (Komposition bei O. Siegl). Nach einigen Jahren Büroarbeit in der Firma des Vaters war Sch. Musiklehrer in St. Pölten, Krems und Klosterneuburg, zuletzt unterrichtete er Musikgeschichte am Wiener Musikgymnasium. Ab 1963 Lehraufträge für Musikpsychologie an der Wiener MAkad./MHsch. sowie für Notationskunde am Institut für Musikwissenschaft der Univ. Wien (bis 2002). Einige Jahre war Sch. auch Lehrbeauftragter für Musikpsychologie und -pädagogik an den pädagogischen Akad.n in Wien X (Ettenreichgasse), Wien-Strebersdorf und Baden bei Wien. Er wurde als Referent zu zahlreichen Seminaren geladen, wirkte mehrere Jahre hindurch als Vortragender bei den Singwochen des Oberösterreichischen Sängerbundes. Er war Mitarbeiter an den Schul-Lehrbüchern für Musik Wir lernen Musik und Klangwelt–Weltklang, Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft der Musikerzieher Österreichs (AGMÖ) und Vorsitzender des Niederösterreichischen Volksliedwerkes. In St. Andrä-Wördern leitete Sch. den Chor des Musik- und Gesangvereines, für den er zahlreiche Chorsätze schrieb. Mehr als 70 Jahre lang wirkte er als Organist an der Pfarrkirche St. Andrä vor dem Hagental. Seine Frau Maria Sch. (* 22.12.1923 St. Andrä, † 6.3.2013 Baden-Baden/D) war als Musikpädagogin tätig. Sie studierte Klavier am Konservatorium der Stadt Wien u. a. bei V. Thern und unterrichtete an den MSch.n Klosterneuburg und St. Andrä-Wördern.
Ehrungen
Oberstudienrat 1984; Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich 1990; Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Niederösterreich 1994; Ehrenring der Marktgemeinde St. Andrä-Wördern 1994; Ehrenzeichen vom Hl. Hippolyt in Bronze der Diözese St. Pölten 1999; Goldenes Doktordiplom der Univ. Wien; mehrere Ehrenmitgliedschaften (AGMÖ, Hagenthaler Kulturkreis).
Werke
Chöre, Lieder; Fanfaren.
Schriften
Neues Musik-Taschenwörterbuch [1947]; Die Variationstechnik in den Choral-Cantus firmus-Werken Palestrinas, Diss. Wien 1949; Das alte Musikarchiv der Pfarrkirche St. Stephan in Tulln 1964 (TMA 1); Drei niederösterr. Bruckner-Orgeln. Tulln – Langenlois – Krems in O. Wessely (Hg.), Bruckner-Studien 1975; Zur Gesch. der Chormusik im Gottesdienst – Diözese St. Pölten in J. Trummer (Hg.), Kirchenchöre Österreichs, 2 Bde. 1987; gem. m. G. Schwertberger/H. Wieninger, Klangwelt–Weltklang. Musik-Lehrbuch für die Oberstufe, 2 Bde. 1991/93; Die Turnermeister in Niederösterreich in JbÖVw 44 (1995); K. Schnürl, Die Kirchenmusik an der Pfarrkirche St. Andrä vor dem Hagental von 1730 bis 1997 1997;2000 Jahre abendländische Musikschriften. Eine Einführung in die Notationskunde 2000; gem. m. H. Damböck/F. Krenn/A. Schnürl, Die Gotteshäuser der Pfarre St. Andrä vor dem Hagental 2001. – Ausg.n: Wr. Lautenmusik im 18. Jh. (DTÖ 84 [1966]); gem. m. H. Sinabell/H. Zawichowski (Hg.), Lieder aus dem Tullnerfeld. Aus der Slg. L. Bergolth 1992; Der Heiland ist geboren. Lieder zur Christmette 1953; Vom Berg, der die Frau auf die Hochzeit gehen ließ: Kleine Kantate für Kinderstimmen und Instrumente 1962.
Literatur
Ch. Gürtelschmied in ME 48/12 (1994), 91; Heimatbuch der Markgemeinde St. Andrä-Wördern 2 (2002), 80; R. Böhm in ME 58/12 (2004); Ton an Ton 3 (2011), 10; pers. Mitt. K. Sch. (2004); Mitt. Pfarre St. Andrä-Wördern.


Sein Bruder Adolf: * 19.2.1927 Wördern, † 6.1.2018 St. Andrä-Wördern. Chorleiter. Erste musikalische Ausbildung im Alter von sechs Jahren (Klavier), später folgten Cello, Klarinette und Orgel. Trat nach dem Besuch der Handelsakademie und dem Kriegseinsatz bei der deutschen Wehrmacht 1944/45 in die Wiener Firma des Vaters ein (Modejournal-Verlag). Als 17-jähriger übernahm er die Leitung des Kirchenchores der Pfarre St. Andrä vor dem Hagental, den er (nach einer Unterbrechung durch den Militärdienst) zu einem leistungsfähigen Ensemble ausbaute. Er leitete auch konzertante Aufführungen großer Messen und Oratorien. 1975–2009 Regens chori der Pfarrkirche St. Andrä. Langjähriger Vorstand des Musik- und Gesangvereins St. Andrä-Wördern, gründete 1964 eine Vereins-MSch. (1986 von der Gemeinde übernommen), an der er selbst Klavier und Orgel unterrichtete und die er bis 1992 leitete. Förderer der Nestroyspiele der Theatergruppe des Vereins.


Gedenkstätten
Prof.-A.-Sch.-MSch. St. Andrä-Wördern (seit 2014).
Ehrungen
Prof.-Titel 1978; Silbernes Ehrenzeichen des Landes Niederösterreich 1986; Silbernes Ehrenzeichen der Republik Österreich 2001; Ehrenbürger von St. Andrä-Wördern 2008.
Literatur
K. Schnürl, Die Kirchenmusik an der Pfarrkirche St. Andrä vor dem Hagental von 1730 bis 1997. Eine Fs. für Prof. A. Sch. zum 70. Geburtstag 1997; Information des Bürgermeisters der Markgemeinde St. Andrä-Wördern 1 (Februar 2009), 1; Niederösterreichische Nachrichten 20 (2014), 34; Mitt. Standesamt St. Andrä-Wördern (1/2018).


Auch dessen Frau Edith (geb. Ziehensack, * 9.7.1932 Wördern) war Musiklehrerin an der Musikschule St. Andrä-Wördern. Von ihren vier Kindern sind die drei Söhne ebenfalls musikalisch tätig:

Adolf (* 20.6.1952 Wien, † 13.11.2004 Tulln) war als Nachfolger seines Vaters Kapellmeister der Blaskapelle St. Andrä-Wördern, Leiter der Jugendkapelle der Stadt Tulln und Lehrer für Horn an der MSch. Tulln.


Literatur
[Fs.] 40 Jahre MSch. der Stadt Tulln a. d. Donau 2004, 19.


Wolfgang (* 9.10.1957 Wien), Bankbeamter, gründete den Hagenthaler-Chor in St. Andrä-Wördern, für den er mehrere Chorwerke komponierte.

Gottfried (* 5.8.1963 Wien) studierte Schlagwerk in Wien und den USA, unterrichtet an der MSch. Klosterneuburg.

Autor(en)
Alexander Rausch
Empfohlene Zitierweise
Alexander Rausch, Art. „Schnürl, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 23/01/2018]