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Sulzer Sulzer Salomon: (eig. Levy), Familie
Salomon: * 1804 -03-3030.3.1804 Hohenems/V, 1890 -01-1717.1.1890 Wien. Sänger (Bariton), Kantor, Komponist. Er studierte hebräische Literatur und war schon mit 16 Jahren Kantor in Hohenems. 1825 kam er nach Wien und nahm Unterricht bei I. v. Seyfried. 1826 wurde er Oberkantor an der neu erbauten Synagoge Seitenstettengasse (Wien I), ein Amt, das er bis 1881 ausübte. 1845–47 lehrte er Gesang am Konservatorium der GdM. Im Zuge der Revolution wurde er 1848 inhaftiert. Später war er jedoch am Wiener Hof, wo er Konzerte gab, sehr angesehen. Sein Lebenswerk bestand in der liturgisch-musikalischen Reform des Synagogalgesanges (jüdischer Gesang), den er an den klassisch-romantischen Stil anglich. In seine Sammlung Shir Zion nahm er u. a. Fr. Schuberts 92. Psalm (D 953) auf.
Ehrungen
Ritter des Franz Joseph-Ordens 1868; taxfreies Bürgerrecht der Stadt Wien.
Werke
Shir Zion [Das Lied von Zion], 2 Bde. 1840/66 (NA von Bd. 1 in DTÖ 134 [1983]); dt. Lieder u. Gesänge (s. Abb.).
Literatur
H. Avenary (Hg.), Kantor S. S. und seine Zeit 1985; Czeike 5 (1997); MGG 12 (1965); NGroveD 24 (2001); K-R 1997; Wurzbach 40 (1880); SchubertL 1997; MGÖ 2 (1995); Eisenberg 1893.


Seine Kinder

Marie (verh. Belart): * 14.4.1828 Wien, † 22.3.1892 Wien. Sängerin (Sopran). Ausgebildet am Konservatorium in Mailand, wo sie an der Scala ihre Laufbahn begann. Weitere Auftritte in Frankreich, Spanien, Italien und Wien (am Kärntnertortheater). Später gab sie Gesangsunterricht an der Wiener Opernschule und privat. Sie war mit dem Sänger Bonaventura Belart (?–?) verheiratet.


Literatur
K-R 1997 u. 2002; Wurzbach 40 (1880); Kosch 4 (1998); WStLA (TBP 1892; Sterbebuch der Israelitischen Kultusgemeinde Wien 1892).


Julius: * 26.7.1830 Wien, † 13.2.1891 Wien. Komponist, Dirigent, Violinist. Ausgebildet von seinem Vater und S. Sechter. Nach mehreren Reisen (Europa, Asien) wurde er 1868 1. Kapellmeister der italienischen Oper in Bukarest. 1870 war er Operndirektor in Turin/I. Während der Weltausstellung 1873 in Wien führte er im Prater Singspiele und Konzerte auf. 1875–89 war er Kapellmeister am Wiener Burgtheater (nicht an der HMK).


Ehrungen
Prof.-Titel; mehrere Orden.
Werke
Opern (Johanna v. Neapel 1865); Orchesterwerke; Klaviermusik; Lieder.
Literatur
Wurzbach 40 (1880); Kosch 4 (1998); K-R 1997; F-A 1936; WStLA (TBP 1891).


Henriette verh. Biacchi): * 24.9.1832 Wien, † 13.11.1907 Wien. Sängerin (Alt). Studierte wie ihre Schwester in Mailand und begleitete sie auch nach Frankreich. Sie vermählte sich mit dem Bassisten Annibale Biacchi (ca. 1830–?), der unter K. Maximilian Direktor der Oper in Mexiko war, wo H. S. als Sängerin auftrat. Nach dem Ende des Kaiserreichs (1867) lebte sie bis 1871 in Wien, dann in der Nähe von Florenz/I.

Eine weitere Schwester Sophie (verh. Altschul, * 4.4.1840 Wien, † ca. 1885 New York/USA) war ebenfalls Sängerin und Gesanglehrerin in New York.


Literatur
K-R 1997 u. 2002; Wurzbach 40 (1880); H. Avenary (Hg.), Kantor S. S. und seine Zeit 1985; H. Botstiber (Hg.), Musikbuch aus Österreich 6 (1909), 66; WStLA (Sterbebuch der Israelitischen Kultusgemeinde Wien 1907).


Joseph: * 11.2.1850 Wien, † 14.1.1926 Wien. Violoncellist, Komponist. War bis 1868 Schüler von K. Schlesinger am Konservatorium der GdM. 1868 ging er mit seinem Bruder nach Bukarest, kehrte 1873 nach Wien zurück und war ab 1874 Mitglied des Orchesters der Hofoper und des Quartetts von J. Hellmesberger sen. 1892 wurde er zum Musikdirektor der Israelitischen Kultusgemeinde ernannt.


Werke
Stücke f. Vc.; Lieder; Chöre; Präludien f. Org.
Literatur
Kosel 1902; Eisenberg 1893; F-A 1936; Wurzbach 40 (1880); H. Avenary (Hg.), Kantor S. S. und seine Zeit 1985; WStLA (Sterbebuch der Israelitischen Kultusgemeinde Wien 1926.


Dessen Sohn Rudolf: * 23.10.1885 Wien, † 16.2.1943 Auschwitz/D (Oświęcim/PL). Sänger (Bariton, Tenor). Nach kurzem Univ.sstudium nahm er Gesangunterricht bei J. Ress. Er wurde von A. Neumann entdeckt, der ihn ans Deutsche Theater in Prag engagierte. Danach sang er an der Volksoper Wien und an der Komischen Oper in Berlin. Am Berliner Neuen Operettentheater wechselte er zum Operettentenor, war nach dem Ersten Weltkrieg bis 1922 am Carltheater, anschließend wieder in Berlin und bei Gastspielen erfolgreich.


Literatur
F. Planer (Hg.), Das Jb. der Wr. Ges. 1929; K-R 1997; www.doew.at (11/2005).


Josephs Enkel Hans Silbermann (* 4.5.1927 Wien) war Oboist in Bad Reichenhall/D.


Literatur
H. Avenary (Hg.), Kantor S. S. und seine Zeit 1985.

Autor(en)
Alexander Rausch
Empfohlene Zitierweise
Alexander Rausch, Art. „Sulzer (eig. Levy), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]

MEDIEN

GND
Sulzer Salomon
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