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Seipelt, Seipelt, Joseph: Familie
Joseph: * 1787-11-055.11.1787 Ragendorf/Ungarn (Rajka/H), † 1847-02-2121.2.1847 Mariahilf (heute Wien VI). Sänger (Bariton, Bass), Regisseur, Chordirektor und Komponist. Der Sohn des Schullehrers Anton S. besuchte das Gymnasium in Pressburg und arbeitete danach in einem Geschäft in Triest, wo er auch mit der Oper in Berührung kam. Er ging nach Wien und wurde durch Vermittlung von J. v. Seyfried Chorsänger am Theater an der Wien. Nach Gesangsunterricht von A. Salieri hatte er Engagements in Lemberg, Hermannstadt (Sibiu/RO) und 1809 Temesvár (Timişoara/RO). Danach war er Sänger und Regisseur in Linz (1809–12), Graz (1812), Wien (1813 Gastspiele am Theater an der Wien und am Kärntnertortheater), Pest (Budapest), Kaschau (Košice/SK) sowie 1815–18 Opernregisseur im galizischen Brody (heute UA); 1817?/18 Sänger in Olmütz, 1818 in Brünn. 1818–21, 1824–26 und 1828–30/31 als Sänger und (ab 1828) auch als Chordirektor und Regisseur am Theater an der Wien, wo auch seine Frau Klara (geb. Hoffmann, * 25.12.1781 Pressburg [Bratislava], † 11.5.1850 Wien, Heirat 7.6.1808 Hermannstadt; ihr Bruder Franz Anton Hoffmann (* 12.6.1780 Pressburg, † ?) war ca. 1847 Regisseur am Kärntnertortheater), die Tochter des (Theater-)Malers Franz Anton Hoffmann und dessen Frau Franziska, ab 1818 in kleinen Gesang- und Schauspielrollen auftrat (das Ehepaar war bereits zuvor meist gemeinsam engagiert gewesen). Ende der 1810er-Jahre betätigte S. sich auch als Kirchenmusiker (Chorregent?) an St. Karl. 1821–24 und 1831–36 (auch als Opernregisseur) war er am Kärntnertortheater engagiert, 1824–27 sang er weiters am Theater in der Josefstadt. 1836–39/40 hatte S. noch ein Engagement als Sänger, Chordirektor und Regisseur am Theater in der Leopoldstadt, 1839–45 war er wiederum am Theater an der Wien tätig (v. a. als Chordirektor), wo er auch Protokollist des Pensionsinstituts war. Auch als Konzertsänger (in Fr. Schuberts Vokalquartetten und in L. v. Beethovens 9. Symphonie [Mitwirkung bei der UA 1824]) war er angesehen. Ab 1827 Chorregent an St. Joseph ob der Laimgrube (Nachfolger von Ignatz Dirzka, der 1825 das Amt nach M. Hanß übernommen hatte). Hier führte er 1827–33 eine MSch. 1840 folgte S. Fl. Placho als Chorregent an der Mariahilfer Kirche (Wien VI) nach, wo ihm seinerseits 1847 F. Krenn nachfolgte; an St. Joseph ob der Laimgrube beerbte ihn 1847 M. Gruber. Ebenfalls 1840 erhielt er neuerlich ein Dekret für eine Sing- und MSch., die er in Mariahilf führte. Seine Ernennung zum Wiener Ehrenbürger erfolgte aufgrund seiner unentgeltlichen Mitwirkung in zahlreichen Wohltätigkeitskonzerten.
Ehrungen
Ehrenbürger der Stadt Wien 1829.
Werke
Vokalmusik (Kantate, Gesänge, s. Abb.), kleinere Kirchenmusik (Tantum ergo, Offertorien), Männerquartette (u. a. Bearb. des Tirolerlieds Wenn ich in der Fruh’ aufsteh’).
Literatur
ÖBL 56. Lfg. (2002); Czeike 5 (1997); H. Jäger-Sunstenau, Die Ehrenbürger und Bürger ehrenhalber der Stadt Wien 1992; Wurzbach 34 (1877); K-R 1997; Kosch 3 (1992); DBEM 2003; M. Jahn, Die Wr. Hofoper von 1810 bis 1836. Das Kärnthnerthortheater als Hofoper 2007; E. Benedikt in W. Pass (Hg.), [Fs.] E. Würzl 1996, 41; Th. Antonicek, 150 Jahre Kirchenmusik und Musikarchiv der Karlskirche 1975; Der Aufmerksame 17.10.1812, 4; Theater-Ztg. 26.1.1813, 42, 16.2.1813, 79, 2.3.1813, 103f, 11.3.1813, 119, 10.1.1814, 15; Wr. allgemeine Theaterztg. 25.2.1817, 95, 10.7.1817, 328, 26.2.1818, Beilage, 6, 9.4.1818, Beilage, 18, 5.5.1818, 215, 28.5.1818, 255; Allgemeine musikalische Ztg. mit besonderer Rücksicht auf den österr. Kaiserstaat 22.7.1818, 521, 1.8.1818, 287, 5.9.1818, 335; Ztg. f. die elegante Welt 14.12.1818, 1979; Wr. Zs. 9.3.1824, 256, 11.3.1826, 240; AmZ 21.12.1825, 842, 30.5.1827, 369f, 29.8.1827, 605, 31.10.1827, 742, 6.5.1829, 295, 10.8.1836, 532; Allgemeine Theaterztg. 16.6.1825, 299, 28.1.1826, 48, 10.6.1826, 279, 18.7.1826, 343, 6.2.1827, 68, 31.5.1827, 266, 24.2.1827, 99, 19.7.1827, 352, 28.7.1827, 368, 13.10.1827, 504, 24.3.1831, 146; Der Sammler 2.9.1826, 420, 11.12.1828, 596, 3.3.1829, 108, 1.12.1836, 576; Wr. Ztg. 21.7.1827, Intelligenzbl., 107, 20.3.1830, 334, 13.8.1840, 1551, 3.7.1840, Intelligenzbl., 14, 17.5.1850, 1545; Allgemeiner Musikalischer Anzeiger 28.2.1829, 35, 23.6.1836, 100; Der Wanderer 8.7.1839, 643, 22.6.1840, 591, 18.1.1841, 59, 5.3.1845, 219; Allgemeine Wr. Musik-Ztg. 23.1.1841, 39; Österr. Morgenbl. 3.11.1845, 526; Wr. allgemeine Musik-Ztg. 23.2.1847, 96; Die Presse 2.5.1852, 5; Taufbuch 1779–83 der Pfarre Pressburg-St. Martin, pag. 120 und 327; WStLA (TBP 1847 u. 1850); Mitt. Michael Lorenz; eigene Recherchen (NÖ Lehrer-Schema 1843, 1845; Bühnen-Jb.er; Taschenbuch vom K. K. priv. Theater in der Leopoldstadt 1837–40; www.anno.onb.ac.at; Kat.e der ÖNB-Musikslg.).


Seine Töchter

Josepha (Elisabetha Josephina): * 20.7.1814 Bartfeld/Ungarn (Bardejov/SK), † 27.1.1841 Wien. Pianistin, Komponistin. Erhielt Klavierunterricht von F. J. Freystädtler und trat ab ihrem 10. Lebensjahr öffentlich auf: 1825 im kleinen Redoutensaal (unter Mitwirkung u. a. von I. v. Seyfried und F. J. Clement) und im Theater an der Wien, 1826 im Rahmen eines Konzerts zu ihren Gunsten im Landständischen Saal (mitwirkend u. a. El. Friedlowsky und J. Ruprecht), 1827 bei einem Konzert von Friedrich Pietschmann sowie in einer Wohltätigkeitsakademie ihres Vaters. 1829 folgte noch ein öffentlicher Auftritt, bei dem sie eigene Werke spielte. Danach zog sich J. S., die an einem Herzfehler litt, weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück und dürfte noch unterrichtet haben. Im Oktober 1833 trat sie nochmals in einer Wohltätigkeitsakademie des Vaters im Apollo-Saal auf und spielte den Klavierpart in L. v. Beethovens Chorphantasie.


Werke
Kirchenmusik; Variationen f. Kl.; Lieder.
Literatur
Wurzbach 34 (1877); Marx/Haas 2001; ÖBL 56. Lfg. (2002) [S., Joseph]; E. Hanslick, Gesch. des Concertwesens in Wien 1869; Allgemeine Theaterztg. 19.3.1825, 136, 7.4.1825, 171, 23.4.1825, 198, 31.3.1827, 160, 5.11.1829, 543, 3.10.1833, 800; Wr. Zs. 2.3.1826, 208; Berliner Allgemeine musikalische Ztg. 9.8.1826, 259; AmZ 12.12.1827, 851; Wr. Ztg. 30.1.1841, 225; Allgemeine Wr. Musik-Ztg. 6.5.1841, 224; Tauf- und Trauungsbuch 1779–1831 der Pfarre Bardejov, pag. 315; Sterbebuch 1839–63 der Pfarre Maria Rotunda (Wien I), fol. 12; WStLA (TBP 1841).


Amalia Katharina (verh. Hacker): * 4.4.1822 Laimgrube (Wien VI), † nach 1847 Ort?. Sängerin. Trat im Rahmen einer Benefizveranstaltung zugunsten ihres Vaters, der ihr Lehrer war, 1838 am Theater in der Leopoldstadt erstmals öffentlich auf. 1840/41 Mitglied der Wiener Hofoper, 1842 ist sie noch als Choristin am Theater in Jassy (Iaşi/RO) nachweisbar.


Literatur
ÖBL 56. Lfg. (2002) [S., Joseph]; K-R 1997 [S., Joseph]; Wurzbach 34 (1877) [S., Josephine]; Allgemeine Theaterztg. 10.12.1838, 1120; Der Wanderer 7.1.1839, 23; Der Adler 10.9.1840, 1726; Allgemeine Wr. Musik-Ztg. 20.7.1841, 358, 30.10.1841, 544, 31.12.1842, 631; Taufbuch 1821–22 der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube, fol. 77; Mitt. Michael Lorenz; eigene Recherchen (Bühnen-Jb.er).

Autor*innen
ARa
ChF
Letzte inhaltliche Änderung
2.9.2022
Empfohlene Zitierweise
ARa/ChF, Art. „Seipelt, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 2.9.2022, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e239
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
© Regenterei Kremsmünster
© Regenterei Kremsmünster

DOI
10.1553/0x0001e239
GND
Seipelt, Joseph: 139683658
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Seipelt, Josepha: 1033732338
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Seipelt, Amalia: 1275433715
OBV
Weiterführende Literatur

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