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Kubizek, Kubizek, August Familie
August Gustav: * 1888-08-033.8.1888 Linz, † 1956-10-2323.10.1956 Linz. Beamter und Dirigent. Sohn eines Tapezierers, erlernte als Kind Geige, besuchte dann die Linzer MSch. (Unterricht bei Heinrich Dessauer) und spielte neben seiner Mitarbeit in der väterlichen Werkstätte Bratsche im Musikverein. 1904–08 war er mit Adolf Hitler eng befreundet, mit dem er 1908 an einer Oper arbeitete. 1908 ging er nach Wien, um 1908–12 an der Kaiser-Msch. zu studieren (Kapellmeisterschule bei Gustav Gutheil, Theorie bei V. Boschetti, Komposition bei Max Jentsch); 1909–11 auch Hörer von M. Dietz (Musikgeschichte), H. Grädener (Kontrapunkt) und Franz Pawlikowsky (Stimmbildung) an der Univ. Wien. Bratschist im 1907 von O. Nedbal gegründeten Wiener Tonkünstler-Orchester (Wiener Symphoniker). 1912–14 war K. zweiter Kapellmeister am Stadttheater Marburg an der Drau, im Sommer 1913 leitete er das Kurorchester in Bad Pistyan (Piešťany/SK). 1914 verhinderte der Ausbruch des Ersten Weltkriegs ein Engagement in Klagenfurt, 1914–18 Kriegsteilnehmer, 1918/19 Kinokapellmeister in Wien. 1920 wurde K. Gemeindesekretär, dann Stadtamtsleiter in Eferding, wo er auch als Dirigent der Blaskapelle und eines Streichorchesters wirkte. 1942 trat K., der 1938 wieder mit Hitler zusammengetroffen war, der NSDAP bei (allerdings nicht aus politischer Überzeugung). 1939 und 1940 besuchte K. auf Einladung Hitlers die Bayreuther Festspiele und kam durch ihn auch in persönlichen Kontakt mit der Familie Wagner. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er im amerikanischen Lager Glasenbach/Sb inhaftiert (Entlassung am 8.4.1947). Seit 1914 war K. mit der Geigerin und Musiklehrerin Anna Funke (* 7.10.1887 Wien, † 4.10.1976 Eferding?) verheiratet, die wie er ihre Ausbildung an der MSch. Kaiser erhalten hatte.
Schriften
Adolf Hitler mein Jugendfreund 1953.
Werke
Orchesterlieder 1908, Streichsextett 1911, Suite im alten Stile f. Streichorch. 1912, Suite f. Orch. 1913, Österr. Soldatenmesse f. Militärmusik 1934, Symphonisches Vorspiel Heimkehr der Ostmark 1943, Lieder.
Literatur
Adolf Hitler mein Jugendfreund 1953; LandesChronikOÖ 1992; J. Unfried in SK 15/4 (1968), 188; [Linzer] Tages-Post 25.6.1910, 10; 7.7.1912, 11; 10.7.1913, 10; Dt. Volksbl. 5.7.1910, 8; 26.6.1911, 4, 30.7.1911, 12; Neues Wr. Journal 22.6.1911, 10; 1.5.1934, 17; Reichspost 16.7.1911, 9; Radio Wien 23.4.1937, 15; Das kleine Volksbl. 24.5.1943, 4; Oberdonau-Ztg. 21.4.1944, 3; Taufbuch-Duplikat der Pfarre Linz-St. Matthias 1888; WStLA (Meldearchiv/Prominentenslg.); https://en.wikipedia.org (6/2018); www.demos.ac.at (6/2018).


Seine Söhne

Augustin (August Rudolf): * 15.10.1918 Wien, † 24.3.2009 Wien. Komponist und Chordirigent. War am Stiftsgymnasium Seitenstetten Sängerknabe und Altsolist, 1937 absolvierte er das bischöfliche Lehrerseminar in Linz (Privatunterricht bei F. X. Müller). Teilnehmer am Zweiten Weltkrieg, trotzdem trat er 1943/44 bereits als Komponist hervor. 1946–54 war K. zunächst Volks- und ab 1952 Hauptschullehrer in Eferding und bis 1954 auch Stadtpfarrchorregent. Studierte bis 1949 am Bruckner-Konservatorium in Linz (Staatsprüfung aus Gesang 1949) sowie 1954–56 (seit 1952 Gasthörer) an der Wiener MAkad. Komposition (bei A. Uhl), Chorleitung (bei Rein. Schmid) und Dirigieren (bei H. Swarowsky). Weiters absolvierte er Kurse bei Paul Hindemith, J. N. David und H. v. Karajan. 1956 erhielt K. einen Lehrauftrag für Chorleitung (dann auch für weitere Fächer) an der MAkad. 1965 gründete er die Wiener Schütz-Kantorei, die er 11 Jahre lang leitete. 1967 wurde K. an der Akad. bzw. Hochschule für Musik und darstellende Kunst Wien Prof., 1973 ao. Prof. und 1978–85 o. Prof. für Tonsatz und Komposition. Daneben war er Vorstandsmitglied des Österreichischen Komponistenbundes und der AKM. K., für den die Kompositionstechnik nicht im Vordergrund stand, wollte „ehrliche“, verständliche und den Hörer bewegende Musik (v. a. Chormusik) schreiben.

Ab 1960 in zweiter Ehe verheiratet mit der Cellistin und Gambistin Elisabeth Lewinsky (Elli; 1933–87), die auch mit N. Harnoncourt im Concentus musicus Wien spielte.


Ehrungen
Förderungspreis des Landes Oberösterreich 1948; Kompositionspreis der Wr. Musikakademie 1954; Förderungspreis der Stadt Wien 1957; Österreichischer Staatspreis f. Chorkomposition 1969; Preis der Stadt Wien (Kategorie Musik) 1973; Kulturpreis von Niederösterreich 1979; Kulturpreis von Oberösterreich 1981; Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich 1987; Dr. h. c. der Universidad Interamericana de Ciencias Humanisticas, Florida/USA 1987; Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Niederösterreich 1994; zahlreiche weitere Förderungs- und Kompositionspreise.
Werke
Orchesterwerke (Konzert f. Vc. 1962, Divertimento 1965, Kamptaler Divertimento 1976); Kammermusik; Oper Nathan der Weise [T: Gotthold Ephraim Lessing] 1992–94; weltliche u. geistliche Chorwerke (Messen, Motetten), Kantaten, Lieder.
Schriften
Aus der Werkstatt österr. Komponisten in ÖMZ 21/7 (1966); Beiträge in Komponist u. Musikerzieher 1972 u. 1974–75.
Literatur
MaÖ 1997 [mit WV]; Goertz 1979 u. 1994 [mit WV]; G. Brosche (Red.), Musikalische Dokumentation A. K. 1994 [mit WV]; MGG 16 (1979); Riemann 1972; F-A 1 (1974); W. Szmolyan in ÖMZ 25/3 (1970); Oberdonau-Ztg. 18.12.1943, 3; Illustrierte Kronen Ztg. 17.3.1944, 5; https://de.wikipedia.org (6/2018); http://db.musicaustria.at/node/58372 (6/2018); www.friedhoefewien.at (6/2018).


Rudolf: * 1923 Eferding?, † 18.3.2017 Eferding?. Lehrer und Musikpädagoge. Studierte Musik am Bruckner-Konservatorium in Linz. Wirkte in Eferding, zuletzt Volkschuldirektor.


Ehrungen
Oberschulrat.
Literatur
J. Unfried in SK 15/4 (1968), 188; www.bestattung-aichinger.at/dir-rudolf-kubizek-eferding--35354627-de.html (6/2018).


Karl Maria: * 11.5.1925 Eferding, † 8.3.1995 Bad Hall/OÖ. Komponist, Klarinettist und Musikpädagoge. Maturierte am Stiftsgymnasium von Seitenstetten und besuchte 1939–43 die Lehrerbildungsanstalt in Linz. Studierte Musik am Bruckner-Konservatorium in Linz und an der Wiener MHsch. Seit 1946 als Konzertklarinettist und Kammermusiker tätig. Daneben arbeitete er als Musiklehrer an verschiedenen Schulen. 1966–88 war K. Prof. für Klarinette und Bläserkammermusik am Linzer Bruckner-Konservatorium, 1969–86 unterrichtete er auch an der oberösterreichischen Pädagogischen Akademie.


Ehrungen
1. Preis beim Jugendmusikwettbewerb Prag 1942; Preis der Mozart-Gemeinde Wien 1951; Jugendkulturwochen-Preis Innsbruck 1955; Kompositionspreis der MSch.n Niederösterreich 1980.
Werke
Streich leise Saiten, Musikant. Fünf Lieder für Sopran, Fl., Br. u. Vc.; Sonate für Ob. u. Kl.; Werke für Klar.; Chöre.
Literatur
Who is who in Öst. 1987/88; Oberösterr. Nachrichten 23.7.1946, 6; MGÖ 3 (1995); https://de.wikipedia.org (6/2018).


Augustins Kinder

Gabriele (verh. Huß): * 1962 (Ort?). Violinistin. Erhielt bereits früh ersten Musikunterricht, ab dem vierten Lebensjahr lernte sie Violine. Ihre Studien (Violine bei Michael Frischenschlager und Th. Kakuska, Viola bei Siegfried Führlinger und Thomas Riebel sowie Tonsatz und Chorstimmbildung bei ihrem Vater) absolvierte sie in Wien und Salzburg. Ab 1979 war G. K. im Orchester der Volksoper Wien engagiert, 1989–2010 gehörte sie dem Radio-Symphonieorchester Wien an. Ab 2012 Konzertmeisterin des Znaimer Kammerorchesters und ab 2016 des Festivals Oper Burg Gars. Musikpädagogische Tätigkeiten bei Allegro Vivo (1987–91) und ab 2013 an einer niederösterreichischen MSch. Sie musiziert auch im Duo gemeinsam mit ihrem Mann, dem Tubisten Rainer Huß (* 1964 Augsburg/D).

Leonhard (Pseud. Pat Leonhard): * 1.9.1963 Krumau am Kamp/NÖ. Klarinettist, Mentaltrainer. Lernte zunächst Klavier und ab 1972 Klarinette bei R. Jettel an der Wiener MAkad. (Diplom 1987). Mit 15 Jahren begann seine internationale Solistenkarriere (Debüt bei den Salzburger Festspielen 1983), die er aufgrund eines körperlichen Zusammenbruchs 23-jährig beendete. In den USA beschäftigte er sich danach mit Regie sowie Drehbuchschreiben und ist seither als „Mental-Regisseur“ (Auftrittscoach) für Künstler, Orchester, Unternehmen etc. tätig. Ausbildung zum Kommunikationstechniker und Hypnosetrainer; einschlägige Lehraufträge an Wiener Musiklehranstalten. 2000 Gründer der Waldviertler Geisterwerkstatt, eines Thementheaters und -museums.


Ehrungen
Österreichs Musiker des Jahres (ORF) 1982; Preisträger beim International Young Musician of the Year-Contest der BBC 1982.


Maria (verh. Bader): * nach 1963 Horn/NÖ. Violinistin. Studierte in Wien bei G. Schulz, in Salzburg bei S. Végh und in London bei David Takeno; weitere Prägung durch N. Harnoncourt. Sie spielte ab 1987 im Concentus musicus Wien und seit 1992 im Chamber Orchestra of Europe und tritt als Solistin und Konzertmeisterin in ganz Europa in Erscheinung. Sie ist auch als Crossover-Künstlerin tätig.


Ehrungen
Beste Barockinterpretation bei der Echo-Klassikgala der Stars 2005.


Karl Marias Sohn

Wolfgang Rudolf: * 13.1.1959 Wels/OÖ, † 7.6.2008 Wien. Geiger, Komponist. Ab 1969 Schüler in Kremsmünster, 1975–80 Studium der Violine in Linz und Wien, lebt seit 1985 in Oberwart/Bl und seit 1999 in Velem/H. Spielte als Jazzmusiker in diversen Bands (u. a. mit Ch. Mühlbacher). 1985 vertrat er Österreich bei den Weltmusiktagen der ISCM (IGNM) in Amsterdam mit der Komposition Oktett für Jazzensemble, 1992 „Composer in residence“ beim Festival St. Gallen/CH; mehrere CD-Einspielungen. Mitbegründer des Vereins KIBu.


Ehrungen
1. Preis beim Wettbewerb Jugend musiziert 1975; Staatsstipendium des Ministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur für Komposition 1982, 1986 u. 1990; Förderungspreis (1992) u. Kulturpreis (1993) des Landes Burgenland; Ludo-Hartmann-Preis des Verbandes Österr. Volkshochschulen 1999.
Werke
Monolog mit einem Schatten, Kammeroper 1996; Die Engel von Los Angeles, Sinfonie 1996; Bozsoki darabok f. Orch. 1999; die tägliche dosis, Multimediainstallation 2000; A bánan; Über den Grenzen. Eine musikalische Andacht (zum Tag der Menschenrechte), 2002.
Literatur
MaÖ 1997; Goertz 1994; Suppan 1994; Who is who in Öst. 1997; www.kusch.at (10/2002); www.club-carriere.com/ (10/2018); www.kulturgericht.at/news/nachrufwolfgangrkubicek.html (8/2008); www.musicaustria.at (6/2018); www.tubatage.at (10/2018); www.gerasklingt.at (10/2018); www.cappella-ars-musica.at (10/2018); https://styriarte.com/artists/bader-kubizek/ (10/2018); www.coeurope.org/de/member/maria-bader-kubizek/ (10/2018); https://de.wikipedia.org/wiki (10/2018); eigene Recherchen.

Autor(en)
Alexander Rausch
Gerhard J. Winkler †
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Alexander Rausch/Gerhard J. Winkler †/Christian Fastl, Art. „Kubizek, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 21.10.2020]