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Keldorfer, Keldorfer, Viktor Familie
Viktor Josef: * 1873 -04-1414.4.1873 Salzburg, † 1959 -01-2828.1.1959 Wien. Chordirigent, Komponist und Lehrer. Erste Ausbildung im Salzburger Franziskanerchor bei P. P. Singer. Studium an der Lehrerbildungsanstalt und am Mozarteum (Violine bei Gustav Zinke, Theorie bei J. F. Hummel) in Salzburg. Lebte ab 1892 in Wien als Lehrer und Chordirigent (1905–21 Chordirektor an St. Elisabeth/Wien IV, 1921–28 an St. Johann Evangelist/Wien X). Ab 1893 Mitglied, 1909/10 Chormeister-Stellvertreter, 1910–21 als Nachfolger von E. Kremser Chormeister des Wiener Männergesang-Vereins, mit dem er zahlreiche Konzertreisen unternahm. Ab 1897 Chordirigent des Favoritner Männergesangvereins (1907 Ehrenchormeister). 1922–38 und 1945–52 Chormeister des Schubertbundes. Juror bei Sängerfesten und Wettbewerben. Mitglied des humoristischen Udel-Quartetts (K. Udel), Begründer des K.-Quartetts. Gab 1927 eine erste Gesamtausgabe der Männerchöre Fr. Schuberts bei der Universal Edition heraus. Als Höhepunkt seiner Tätigkeit als Dirigent und Chorerzieher leitete er 1928 im Rahmen des Deutschen Sängerfestes in Wien einen Chor von 40.000 Sängern. Als Komponist blieb er der Romantik verhaftet. 1897 war K. Gründungsmitglied der AKM, deren Direktor er ab 1921 war. Seine Autographensammlung (M. Haydn, W. A. Mozart, Schubert, H. Wolf) gelangte später in verschiedene Sammlungen.
Gedenkstätten
Ehrengrab Zentralfriedhof; K.gasse (Wien X); V.-K.-Straße (Salzburg).
Ehrungen
Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens 1913; Bürger der Stadt Wien 1923; Prof.-Titel 1923; Regierungsrat 1928; Hofrat 1932; Ehrenmitglied der AKM 1933; Ehrenring der Stadt Wien 1938; Ehrenbürger von Salzburg; Ehrenmitglied der Univ. Wien; in- und ausländische Auszeichnungen.
Schriften
Worte und Lieder eines alten Musikanten. Gedichte 1947; Klingendes Salzburg. Kleine Musikgeschichte der Mozart-Stadt 1951; Der Spielmann des Herrn. Der Salzburger Franziskanermönch Pater Peter Singer 1952; Generalbeichte eines achzigjährigen Sängerführers. Autobiographie in 800 Knittelversen 1953.
Werke
Kirchenmusik (Missa solemnis op. 60, 1908 [s. Abb.]; zahlreiche Propriumsteile und dt. Motetten); rund 150 Duette, Terzette, Quartette und Chöre, v. a. für Männerstimmen; Wahlsprüche für Chöre; Lieder; Neuausgaben und Bearbeitungen von Werken von Leopold I., Schubert (Frühlingsglaube D 686, Heideröslein D 257, Allmacht D 852), Joh. und Jos. Strauß, A. Bruckner; Volksliedbearbeitungen; Nachlass A-Wn .
Literatur
O. Dobrowolny, V. K. Leben und Wirken eines österreichischen Künstlers 1947; H. Lutz in Favoritner Museumsblätter 13 (1988); MGG 7 (1958); Czeike 3 (1994); NGroveD 13 (2001); Adametz (1943); Chr. Böhm, 150 Jahre Wr. MGV. 1843–1993, 1993; SchubertL 1997; Salzburger KulturL 2001; MaÖ 1997.


Sein Bruder Max: * 28.4.1864 Salzburg, † 4.1.1939 Wien. Polizeidirektor in Wien und ab 1922 Chordirigent an St. Elisabeth (Wien IV).


Ehrungen
Hofrat.
Werke
9 Messen, Requiem, Gradualien und Offertorien; Lieder.
Literatur
Weissenbäck 1937; Slg. Moißl; Mitt. Pfarre Wieden (Wien IV).


Sein Sohn Robert: * 10.8.1901 Wien, † 13.9.1980 Klagenfurt (begr. Salzburg). Komponist, Dirigent, Pianist. Ausbildung zunächst bis 1917 bei seinem Vater, dann an der damaligen MAkad. in Wien bei J. Hofmann, K. Proháska, R. Stöhr und M. Springer (1929 Staatsprüfung für Klavier, 1930 Reifeprüfung in Komposition). Daneben Studium an der TU (1925 Dipl.-Ing.). 1917–25 als Organist an Wiener Kirchen tätig (u. a. an St. Elisabeth/Wien IV). Korrepetitor beim Schubertbund. 1925–30 Musikdirektor in Bielitz-Biala (Bielsko-Biała/PL). 1930–39 Leiter des Brucknerkonservatoriums in Linz, danach Lehrer an der dortigen Staatsgewerbeschule. 1941–66 Direktor des Kärntner Landeskonservatoriums in Klagenfurt. K. war auch als Kammermusiker und Liedbegleiter tätig und machte sich um die Förderung junger Komponisten in Kärnten verdient (u. a. G. Mittergradnegger, U. Jürgens). Als Komponist zunächst unter dem Einfluss von R. Strauss, wandte sich K. dann einer linearen Schreibweise zu und verwendete ab 1956 auch Mittel der Zwölftontechnik.


Ehrungen
Prof. h. c. 1933; Regierungsrat 1951; Hofrat 1966; Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1972; Kulturpreis des Landes Kärnten 1978.
Schriften
Die Aussprache im Gesang. Ein Unterrichtsbehelf für Sänger, Chorleiter und Schulmusiker 1965.
Werke
Opern (Verena 1938, Nanette 1941); Instrumentalmusik; Kirchenmusik (Cäcilienmesse 1974); Chorwerke (Auferstehung op. 17, 1932); Kantate In Dorf und Land 1959; Lieder; Nachlass A-Wn.
Literatur
MGG 7 (1958); Österreich-Lex. 2001; MaÖ 1997; Kürschner 1954; Goertz 1979; A. Wilhelmer in Die Brücke 8/4 (1982).


Seine Nichte? Maria K.-Gehmacher: * 2.4.1892 Salzburg, † 30.8.1977 Neureichenau in Bayern. Sängerin (Sopran). Sang bereits mit 10 Jahren in der Salzburger Kollegienkirche. Ausbildung bei Felix Gruber (einem Enkel von F. Gruber). Sang v. a. in Kirchenkonzerten in Salzburg, ab 1921 in den Domkonzerten und bis 1938 bei Konzerten mit geistlicher Musik bei den Salzburger Festspielen. Lieder- und Arienabende, Opernpartien sang sie nur in Aufführungen des Salzburger Marionettentheaters. Verheiratet mit Max Gehmacher (* 20.7.1858 Mauthausen/OÖ, † 29.10.1938 Salzburg), dem Leiter des Salzburger Sängerbundes, der sie auch bei ihren Liederabenden am Klavier begleitete. Ihre Tante, Marie K.-Werner (* 26.12.1879 Salzburg, † 1.1.1966 Salzburg), war ebenfalls Sängerin (Koloratursopran) und Mitglied der Hofoper in Dresden.


Literatur
K-R 1997; Mitt. d. Ges. f. Sbg. Lk. 79 (1958).

Autor(en)
Andrea Harrandt
Empfohlene Zitierweise
Andrea Harrandt, Art. „Keldorfer, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]