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Strauß, Strauß, Johann Familie
Seine Söhne Johann (Sohn): * 1825-10-2525.10.1825 St. Ulrich (heute Wien VII), † 1899-06-033.6.1899 Wien. Komponist, Dirigent. Erhielt eine profunde Ausbildung am Untergymnasium des Schottenstifts mit nachfolgender Spezialisierung auf das Bankwesen im Polytechnikum, die er wegen des Musikstudiums bei V. Plachý (Klavier) und Franz Amon (Geige) abbrach. Um eine Konzession zur Leitung einer Musikkapelle zu erlangen, studierte er zusätzlich bei Ballettkorrepetitor Anton Kohlmann (Violine) sowie bei Joach. Hoffmann und J. Drechsler (Komposition). Schon früh übte er die Posen des Vorgeigers vor dem Spiegel, wurde vom Vater ertappt und mit dem Verbot belegt, Berufsmusiker zu werden. Da aber der Vater zahlreicher Konzerttourneen wegen abwesend war und nach 1834 die eheliche Wohnung verließ, entzog sich St. Sohn seiner Kontrolle und beendete 1844 mit einem Graduale für Chor und Bläser seine Ausbildung äußerst erfolgreich. Er erhielt die Kapellmeisterlizenz für ein Ensemble von 12–15 Musikern zur Unterhaltung in Gaststätten und debütierte am 15.10.1844 u. a. mit einigen eigenen Kompositionen in einer Soirée dansante bei Dommayer in Hietzing (Wien XIII). Der Vater unternahm mehrere Versuche, die Karriere des Sohnes zu stören, bis er endlich einlenkte und ihm eine Position in der eigenen Kapelle anbot, was Johann allerdings zurückwies. Stattdessen bemühte er sich um Konzerttourneen in der Steiermark, später in Ungarn, 1847 in Serbien und Rumänien und wurde zum Kpm. des 2. Bürgerregiments ernannt. Während der März-Revolution 1848 weilte er auf einer Osttournee, bekannte sich nach seiner Rückkehr musikalisch zu den Aufständischen, was ihm die Missbilligung des Kaiserhauses eintrug. Es sollten zahlreiche Widmungskompositionen notwendig werden, ehe ihm sein revolutionärer Fauxpas verziehen wurde. Schon in dieser frühen Phase manifestierte sich seine Marketing-Begabung: Er benutzte die Presse etwa nach dem Tod des Vaters 1849, um die durch die Fusionierung der beiden Kapellen entstandenen Unruhen unter den Musikern zu kalmieren und ließ sein Publikum wissen, dass die Aeolsklänge dem Andenken des Vaters gelten. So wurde die Versöhnung zwischen Vater und Sohn posthum vollzogen.

Um alle Aufträge bewältigen zu können, teilte er die Kapelle in bis zu vier Gruppen und fuhr von Lokal zu Lokal, wo sein Erscheinen jeweils als Höhepunkt gefeiert wurde. 1851 reiste er nach Hamburg/D, Prag, Dresden/D, Leipzig/D und Warschau, überraschte das Publikum häufig mit UA.en eigener Tänze und erhielt 1853 die Leitung der Hofballmusik. Das Management der Kapelle, einem Unternehmen vergleichbar, die Wahrung der Auslastung und die Reisen führten 1853 – neun Jahre nach seinem Debüt – zu seinem ersten Zusammenbruch, der eine Kur in Bad Neuhaus bei Cilli (Celje/SLO) notwendig machte. Um das Walzergeschäft nicht der Konkurrenz zu überlassen, leitete sein Bruder Josef interimistisch das Ensemble. Fortan konnte St. beruhigt Kur- und Auslandsaufenthalte antreten, so ab 1855, als sich eine durch eine 16 Jahre währende Geschäftsbeziehung zur Zarsko-Selo’schen Eisenbahn-Gesellschaft anbahnte. Er konzertierte als Star in den Pawlowsker Sommersaisonen und plante eine Zeit lang sogar, sich in Russland dauerhaft niederzulassen. Grund für diese Überlegung war seine Liebe zu Olga Smirnitskaja, deren Eltern aus Standesgründen gegen eine Heirat opponierten. Man darf vermuten, dass sich St. durch diesen Schritt auch vom belastenden Umfeld der Familie distanzieren wollte, denn indessen hatte seine Mutter den jüngsten Bruder, Eduard, auf das Walzergeschäft vorbereitet, und Konflikte zeichneten sich rasch ab. Allerdings fügten sie sich seiner Autorität, und zwar umso mehr, als er sich durch seine Heirat (27.8.1862 im Wiener Stephansdom) mit H. Treffz, der er im Palais Todesco um 1861/62 begegnet sein dürfte, und seinen Umzug in die Praterstraße 54 dem Familienclan entzog und das Management des Orchesters der Gattin übertrug; der Hochzeit ging die Flucht aus Pawlowk voran, wo Josef kurzfristig alle weiteren Dirigate zu übernehmen hatte.

H. Treffz war erfahren im Börsen- und Immobiliengeschäft und weltgewandt. Sie sorgte für Aufbau und Pflege internationaler Kontakte und wies die Familie notfalls in ihre Schranken. Ihrer Umsicht verdankte St. 1863 den lange vergeblich beantragten Titel „K. k. Hofballmusikdirektor“ und die Versöhnung der verärgerten Direktion der russischen Eisenbahngesellschaft, denn sie selbst trat als Sängerin vor den Zaren und das Publikum. Erkennend, dass St. auf lange Sicht der Vielzahl an Verpflichtungen nicht gewachsen sein würde, optimierte sie die Geschäftsbeziehungen und behielt nur das Etablissement im Volksgarten sowie UA.en seiner Walzer und Konzerttourneen bei. 1867 präsentierte St. in Paris im Rahmen der Weltausstellung seinen neuesten Walzer An der schönen blauen Donau (op. 314). Glückwünsche von Alexandre Dumas, Gustave Flaubert, Théophile Gautier, vor allem aber die Einladung vom Prinzen von Wales, in London zu gastieren, bestätigten seinen internationalen Status, als Komponist wie Dirigent, dessen Perfektion in Technik und Ausdruck u. a. H. v. Bülow faszinierte. Dass sich die internationale Anerkennung anregend auf sein Schaffen auswirkte, zeigt einerseits die Konzeption der neuen Gattung des Konzertwalzers, realisiert in den A. Rubinstein dedizierten Schwärmereien, andererseits die Einbeziehung von Exotismen im Persischen Marsch oder im Ägyptischen Marsch.

Seine Abwesenheit von Wien vermochten die Brüder mit wachsendem Erfolg zu kompensieren, begleitet von unzulänglichen Versuchen der Emanzipation: Josef plante für 1870 ein Sommergastspiel in Warschau auf eigene Rechnung, ohne aber den Tücken des Walzergeschäfts gewachsen zu sein. Von vielfältigen Aufregungen strapaziert, kam es zum Zusammenbruch, von dem er sich nicht mehr erholte, und der die Intervention von Joh. St. notwendig machte. Diese Situation dürfte St. bewogen haben, die Kapelle nun endgültig in die Hände von Eduard zu legen; genau genommen übergab er seinem Bruder ohne nachweisbare Gegenleistung ein profitables Unternehmen, das diesem die Existenz bis ans Ende seiner Laufbahn sicherte, die St. aber posthum Schelte eintrug, dass er Eduard in seinem Testament nicht berücksichtigte.

Den Umstieg in das fremde Metier der Operette bewerkstelligte seine Frau Henriette, indem sie seit den späten 1860er Jahren Verhandlungen mit den Direktionen des Carltheaters und des Theaters an der Wien führte, um St. ein Operettenlibretto, Aufführungsgarantien, Honorare, Tantiemen und Benefizaufführungen zu verschaffen, was letztlich die jahrzehntelange, fast ununterbrochene Zusammenarbeit St.’ mit dem Theater an der Wien zur Folge hatte. Am 26.5.1870 unterzeichnete St. seinen ersten Vertrag mit der Direktion M. Geistinger/M. Steiner über Indigo und die 40 Räuber, die er am 10.2.1871 persönlich erfolgreich zur UA brachte. Um klare Grenzen zu ziehen, reichte er, etwa einen Monat vor der UA, am 5.1.1871 um Enthebung aus dem Amt des Hofballmusikdirektors ein, ohne aber den Titel abgeben zu müssen, was ihm nebst Verleihung des Franz-Joseph-Ordens gewährt wurde. Doch seinen innigsten Wunsch, in den Adelsstand erhoben zu werden, erfüllte man ihm nicht: Nach dem Tod seiner Schwiegermutter (1871) ließ er sich am 30.4.1872 von ihrem Ehemann Josef Franz Ritter von Scherer gegen lebenslange Obsorge adoptieren und beantragte vergeblich die Übertragung seines Adelstitels mit Wappen. 1872 leitete er in Amerika anlässlich der Feiern zum 100-Jahr-Jubiläum der Unabhängigkeit ein Mammutkonzert vor 100.000 Zuhörern unter Mithilfe von 20 Subdirigenten und brachte mit 20.000 Sängern und Musikern u. a. den Donauwalzer zu Gehör. Während der Dauer von 17 Tagen absolvierte er 14 Konzerte (allein in New York vier) und drei Bälle. Nach diesen Anstrengungen begab er sich zwei Monate nach Baden-Baden/D, wo er die Kurkapelle dirigierte und sich erholte. Begeistert von den künstlerischen Leistungen überreichte ihm K. Wilhelm I. vor Publikum den Roten-Adler-Orden (IV. Klasse). Ab 1873 brachte St. fast jährlich eine Operette heraus, wobei ihm 1874 mit der Fledermaus ein Werk gelungen ist, das die Gattung Operette nachhaltig prägte und eine durchgehende weltweite Rezeption erlebte.

In den späten 1870er Jahren folgte nach äußerst erfolgreichen Aufführungen und Tourneen eine schwierige Phase: Sein Pariser Engagement 1877 gestaltete sich wegen Intrigen anfangs schlecht; nach dem Tod seiner Frau verlor er die Orientierung in seinem Leben und beging den Fehler, eine junge Gesangsdebütantin aus Breslau (Wrocław/PL), Angelika Dittrich (1850–1919), zu heiraten, von der er irrtümlich annahm, sie werde seine Geschäfte ebenso führen wie Henriette. Die neue Operette Blindekuh (1878) fiel durch; erst 1880 schloss er mit Spitzentuch der Königin an seine früheren Erfolge an, v. a. der darin vorkommende Walzer Rosen aus dem Süden begeisterte Mit- und Nachwelt. Mit der beliebten Operette Der lustige Krieg (1881) half er die Theaterkrise nach dem Ringtheaterbrand am 8.12.1881 bewältigen, und in der Folge schuf er Eine Nacht in Venedig (1883). Da seine Gattin eine Beziehung mit dem damaligen Direktor des Theaters an der Wien, F. Steiner, eingegangen war, erlebte dieses Werk seine lieblos vorbereitete UA in Berlin statt am Theater an der Wien, bei der sich das Publikum über den albernen Text des Lagunenwalzers, worin miauende Katzen vorkamen, lautstark amüsierte. Ausgestattet mit neuem Text erlangte die Operette jedoch Weltruhm.

Währenddessen ging St. eine Beziehung mit der jungen Witwe Adele Deutsch (1856–1930) ein, die aus ihrer Ehe mit Bankierssohn Albert Strauss die Tochter Alice (1875–1945), von St. wie ein eigenes Kind umsorgt, mitbrachte. 1884 stand im Zeichen des 40-jährigen Berufsjubiläums mit seiner Ernennung zum Bürger von Wien und einer eigens geprägten Goldmedaille des Theaters an der Wien. 1885 gelangte Der Zigeunerbaron über ein Libretto von I. Schnitzer nach einer Novelle des ungarischen Dichters Mór Jókai (1825–1904) zur brillanten UA, bei der F. Jauner Regie führte. Im Jahr seines 60. Geburtstages nahmen die Ovationen seiner Bewunderer bei seiner Russlandtournee bedrohliche Ausmaße an, danach feierte er die 400. Aufführung der Fledermaus, die 300. Aufführung des Lustigen Krieges und die 50. von Eine Nacht in Venedig. Seines Alters eingedenk, beabsichtigte St. die Legalisierung seiner Beziehung durch Scheidung von Angelika und Heirat mit Adele. Da dies in der katholischen Donaumonarchie nicht möglich war, legte er seine Staatsbürgerschaft zurück, konvertierte 1886 zum Protestantismus und übersiedelte zur Erlangung der Staatsbürgerschaft von Sachsen-Coburg-Gotha nach Coburg/D, wo der Herzog kraft seiner Position die Scheidung aussprechen konnte. Am 18.7.1887 heiratete er Adele und kehrte wieder nach Wien zurück. Sein privates Glück bezahlte er mit Unbehagen in Deutschland, wo ihm die Operette Simplicius (1887) mit Libretto über den 30-jährigen Krieg nicht gelingen wollte. Berühmt wurde dieses Stück wegen eines Feueralarms bei der UA. St. verhinderte Panik im Publikum, da er das Orchester unbeirrt weiter spielen ließ. Wie in seiner frühen Zeit blieb er dem Prinzip, allen Jubiläen des Kaiserhauses musikalisch zu begegnen, treu: Anlässlich des 40-jährigen Regierungsjubiläums von Franz Joseph I. (1888) komponierte er z. B. den Jubel-Walzer.

Um 1890, mit mehr als 65 Jahren, eroberte er für sich die Oper, allerdings abseits der Nummernstruktur, denn die hätte zu nahe an der Operette gelegen. Er studierte Rich. Wagners Durchkomposition, nicht ohne im Rahmen eines integrierten Balletts Spielraum für seine ureigenste Kunst zu reservieren. Mit tiefer Enttäuschung nahm er bei der UA 1892 an der Wiener Hofoper den Achtungserfolg seines Ritter Pázmán zur Kenntnis und schrieb für die folgende Saison gleich wieder eine Operette, Fürstin Ninetta. Da weder A. v. Schönerer, die Directrice des Theaters an der Wien, noch St. selbst einen weiteren Misserfolg provozieren wollten, erging an den Kaiser eine Einladung zur UA; das Interesse des Kaisers motivierte zum Besuch. Doch nach 75 Aufführungen war das Werk abgespielt und fand im Ausland kein Interesse. Wissend um die Mechanismen der letzten Erfolge, suchte St., angeregt durch F. Smetanas Verkaufte Braut, im slawischen Milieu die Lösung, engagierte Gustav Davis und M. Kalbeck und präsentierte im Jahr seines 50-jährigen Berufsjubiläums (1894) Jabuka. Dem Werk zollte das Publikum Beifall, doch im Allgemeinen konzentrierte man sich auf die Veranstaltungen zum 50-jährigen Berufsjubiläum – desgleichen 1895: Er trat mit Waldmeister vor sein Publikum, prunkvoll gefeiert wurde sein 70. Geburtstag. Als zwei Jahre später seiner Operette Die Göttin der Vernunft wieder nur ein Achtungserfolg beschieden war, beendete er das Operettengeschäft. Diese Entscheidung missfiel den Freunden von St., und im Wissen um seine Schwäche, selbst ein geeignetes Libretto für eine erfolgreiche Operette zu finden, schlugen sie ihm die Komposition eines Balletts für die Wiener Hofoper vor, dessen Sujet über ein Preisausschreiben ermittelt werden sollte. So inserierte er gemeinsam mit N. Dumba, E. Hanslick, Rudolf Lothar und G. Mahler das Preisausschreiben, aus dem Carl Colberts modernisiertes Aschenbrödelmärchen als Sieger hervorging. Das Werk, vollendet von J. Bayer, gelangte 1901 in Berlin und 1908, nach Mahlers Demission, in Wien zur Aufführung. In den letzten Lebensmonaten betreute St. die Kompilations-Operette Wiener Blut zum Libretto von V. Léon und L. Stein, wozu er keine neue Musik erfand, sondern bestehende Werke um den Walzer Wiener Blut von A. Müller jun. arrangieren ließ. Da sein persönliches Auftreten nach wie vor ein volles Haus garantierte, ergingen Einladungen zum Dirigieren an ihn; jene der Wiener Hofoper, am Pfingstmontag 1899 die Fledermaus-Ouvertüre persönlich zu leiten, nahm er an. Er zog sich eine Lungenentzündung zu und starb am 3.6.1899. Sein Begräbnis auf dem Wiener Zentralfriedhof wurde prachtvoll zelebriert, sein Vermögen vermachte er großteils der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.

Das an die 480 Werke zählende Œuvre gliedert sich in zwei Perioden: 1844–70 Tanzmusik mit Walzern, Polkas, Galopps, Quadrillen und Märsche und ab 1871 mit 16 Bühnenwerken, deren prinzipiell heiterer Stimmungsgehalt durch eine lose Folge von emotional wirkungsvollen Nummern nuanciert wird. Die Geschlossenheit dieser Nummern ermöglichte ihre selbständige Rezeption, etwa Rosen aus dem Süden (op. 388) aus der Operette Das Spitzentuch der Königin (1880) oder der Lagunenwalzer (op. 411) aus der Operette Eine Nacht in Venedig (1883).

Hauptaugenmerk legte St. in der ersten Phase (bis 1870), wissend um die Vorlieben seines Publikums, auf Walzer, die er durch pointierte Rhythmik, exquisite Melodik, eingängige, mitunter raffinierte Harmonik und brillante Instrumentation, die er stets persönlich festlegte, zu ausdrucksstarken Stücken entwickelte. Formal etablierte sich die fünfgliedrige Walzerkette zu je zwei wiederholten Formabschnitten mit Introduktion und Coda, die der Choreographie des Walzers entsprach und im Tempo abseits von sentimentalen Rubati den natürlichen Bewegungsablauf unterstützte. Forderte die Introduktion mit Melodiezitaten der folgenden Walzerthemen die Tänzer auf, so signalisierte die Schluss-Stretta der Coda das Ende eines Walzers, oftmals mit gesteigerter Rückkehr zum Thema des 1. Walzers. Als berühmteste Walzer seien G’schichten aus dem Wienerwald (op. 325, 1868), Wein, Weib und Gesang (op. 333, 1869) und Wiener Blut (op. 354, 1873) erwähnt. Bei der Titelgebung achtete er auf Aktualität, manchmal mit programmatischem Hintergrund, wobei nachträgliche Textierungen diesen Eindruck verstärkten. Seine berühmtesten Gesangswalzer, nämlich An der schönen blauen Donau und Frühlingsstimmen (op. 410, 1883) für Sopran und Orchester, zeigen nicht nur die Nähe zur Operette, sondern prägten den Schlager der 1920er Jahre sowie den frühen Tonfilm (Film). Seine Operetten sind im Gegensatz zu J. Offenbach nicht regimekritisch, einzelne aber mit sozialkritischem Einschlag, und beinhalten analog zu den Tanztiteln aktuelle Themen, die später unpassend wirkten und eine unüberschaubare Zahl an Bearbeitungen provozierten, da sich die ungebundene, aber äußerst effektvolle Musik als Träger unterschiedlicher Handlungen verwenden ließ. Nichtsdestoweniger prägte sein Operettenschaffen die Entwicklung dieser Gattung nachhaltig, konkret die Werke Die Fledermaus (1874), Eine Nacht in Venedig (1883), Der Zigeunerbaron (1885) und auch Wiener Blut (posthum 1899).


Gedenkstätten
Gedenktafeln an Wohnhaus Praterstraße 54 (Wien II) u. Villa Maxingstraße 18 (Wien XIII); Joh. St.-Gasse (Wien IV, bis 1899 Igelgasse mit St.-Villa, demoliert, Gedenktafel 1967, s. Abb.); Joh. St.-Straße (Linz; Traiskirchen/NÖ); Joh.-St.-Gasse (Graz XIV); Joh. St.-Denkmal im Wr. Stadtpark; Ehrengrab Wr. Zentralfriedhof.
Ehrungen
Taxfreies Bürgerrecht der Stadt Wien 1884.
Werke
16 Bühnenwerke, darunter die Oper Ritter Pázmán, mehr als 400 Walzer, Polkas, Quadrillen, Galopps, Märsche; 4 Werke gem. m. Josef St., etwa die Pizzikato-Polka, 2 Werke m. Josef u. Eduard, nämlich Trifolien-Walzer (1865) und Schützen-Quadrille (1868). – GA hg. von F. Racek 1967ff; St. Edition Wien, hg. v. M. Rot 1992ff; Th. Aigner (Hg.), St.-Raritäten aus Russland 1992.

Autor(en)
Margareta Saary
Empfohlene Zitierweise
Margareta Saary, Art. „Strauß, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 09/11/2018]

MEDIEN
Johann Strauß (Sohn)© Bildarchiv Austria, ÖNB
Johann Strauß (Sohn)  © Bildarchiv Austria, ÖNB
Wr. Volkskunst-Almanach, 1926, 61
Wr. Volkskunst-Almanach, 1926, 61
Wr. Volkskunst-Almanach, 1926, 64
Wr. Volkskunst-Almanach, 1926, 64
Gedenktafel am Ort des ehemaligen Wohnhauses  Igelgasse, heute Johann Strauß-Gasse 4 (Wien IV)
Gedenktafel am Ort des ehemaligen Wohnhauses Igelgasse, heute Johann Strauß-Gasse 4 (Wien IV)
Gedenktafel Straubingerplatz (Bad Gastein)
Gedenktafel Straubingerplatz (Bad Gastein)
HÖRBEISPIELE

Lagunen-Walzer, gespielt auf einem Kammspielwerk von Gustav Rebiček

GND
Strauß, Johann
Weiterführende Literatur (OBVSG)

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