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Grell, Grell, Karl Familie
Karl Alois: * 1925-09-055.9.1925 Wien, † 2003-09-066.9.2003 Wien. Kapellmeister, Komponist, Arrangeur. Erster Geigenunterricht im Alter von 8 Jahren bei Hans Stein, einem Schüler von G. Steiner, bald folgten Auftritte im Schülerorchester. Mit 14 Jahren gründete er mit einigen Schulkollegen eine kleine Tanzkapelle, ein Jahr später begann G. mit dem Klarinettenspiel. Nach Ableistung des Kriegsdienstes (1943–45) Rückkehr nach Wien, wo er neben seinen Engagements als Geiger und Arrangeur an der Univ. Wien Musikwissenschaft sowie am Konservatorium der Stadt Wien Violine und Klarinette, später Komposition bei H. Zelzer und Dirigieren bei K. Wöss studierte. G. spielte in verschiedenen Tanzorchestern (u. a. unter Carl Baumann, L. Jaritz, P. Eisele) und war Gründungsmitglied des Orchesters W. Heidrich. Ab 1949 gelang es ihm, seine Arrangements vermehrt im Rundfunk (Sendergruppe Rot-Weiß-Rot) unterzubringen. 1952–55 arrangierte G. auch für das Große Tanz- und Unterhaltungsorchester unter K. Loubé, daneben leitete er sein eigenes Tanzorchester, mit dem er ab 1950 für zahlreiche Plattenfirmen (z. T. auch als Aufnahmeleiter) arbeitete. 1951–54 Engagement im Etablissement Moulin Rouge, ab 1954 als freier Mitarbeiter Programmgestalter bei Radio Wien sowie Assistent und Arrangeur von R. Stolz, für den er über 400 Titel arrangierte. 1955 gründete G. das Neue Wiener Solistenorchester für den ORF (Sparte U-Musik), das er rund 30 Jahre lang leitete. Als Abteilungsleiter für Unterhaltungs- und Volksmusik bei Radio Wien 1971–86 machte sich G. als Förderer des Wienerliedes sowie von dessen Nachwuchsinterpreten (u. a. Brigitte Neumeister) verdient. 1978–90 ständiger Gastdirigent des RTV Orchesters von Radio Novi Sad/YU (heute SRB), 1990–95 Leiter des neu gegründeten Vienna Conservatory Orchestra (VCO). Seine jahrzehntelange Tätigkeit für den Rundfunk, als Orchesterleiter und Arrangeur (u. a. Zusammenarbeit mit G. Keller, H. Lang, E. Arnold, G. Bronner, L. Augustin, H. Conrads, H. Moser, U. Jürgens, R. Holm, Fritz Wunderlich) prägten die österreichische Unterhaltungsmusik der Nachkriegszeit bis Mitte der 1980er Jahre.
Gedenkstätten
Gedenkstein Ecke Daringergasse-Traklgasse (Wien XIX); G.gasse (Wien XXI).
Ehrungen
zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Prof.-Titel 1975; Robert Stolz-Ehrenring 1978; Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse 1984; Silbernes Ehrenzeichen des Landes Wien 1985; Große Wienerliedplakette 1985; Goldene Ehrenplakette von Radio Novi Sad 1985; Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich 1991; Goldenes Ehrenzeichen des Landes Wien 1995; Ehrenmitglied des Österreichischen Komponistenbundes.
Schriften
Die Österreichische Popularmusik. Versuch einer Bestandsaufnahme in Phonothek Leseheft 4 (2000); O. Fritz (Hg.), Mein Lebenslied. Erinnerungen – Erlebnisse – Episoden in vier Sätzen, einer Introduktion und einer Coda 2005 [Autobiographie mit CD].
Werke
Unterhaltungs- und Tanzmusik (u. a. Eine Nordlandfahrt [Orchestersuite], Vojvodina Melodie, Salut to Stan, Melodie sentimentale, Der liebe Augustin geht auf Reisen); Wienerlieder (Vogerl aus Wien [T: H. Winter], Weana Leut, Weana Freud [T: Carl Denk], Die Fiaker von Wien [T: P. Herz], So a Mensch [T: H. Chmela]); Schlager (Jahrelang [T: Karin Bognar], Für mich war es mehr als ein Märchen [T: E. Benedini], Verliebt in Rimini [T: P. Herz]); Filmmusik (v. a. Musik zu zahlreichen Puppentrickfilmen); Arrangements u. Bearbeitungen; Begründer und Hg. der ORF-CD-Reihe Radionostalgie.
Literatur
O. Fritz (Hg.), K. G. Mein Lebenslied 2005; Lang 1974 u. 1986; Hauenstein 1979; MGÖ 3 (1995); www.karlgrell.com (5/2008).


Seine Tochter Renate: * 2.1.1953 Wien. Pianistin, Pädagogin. Erster Musikunterricht im Alter von fünf Jahren an der MSch. Ottakring (Wien XVI), 1962 erster TV-Auftritt als Pianistin im Rahmen einer H. Conrads-Sendung. Musikgymnasium Wien (Matura 1972), daneben Klavierstudium an der Meisterklasse von Hans Bohnenstingl am Konservatorium Wien. Lehrbefähigungsprüfung in den Fächern Klavier und Kindersingschulausbildung. 1973–75 pädagogische Tätigkeit an den Musiklehranstalten Wien (Kindersingen und Elementare Früherziehung), 1973 bis zur Pensionierung 2014 Lehrtätigkeit am Konservatorium Wien (heute Privatuniv.). Als Pianistin zahlreiche Konzerte im In- und Ausland, TV- und Rundfunkproduktionen, häufig in Zusammenarbeit mit ihrem Vater K. G., der mehrere Werke für sie komponierte (Thema für Renate) und mit dem sie auch als Komponistin arbeitete (u. a. Signation für die Dagmar Koller Show, Jasmina). Langjährige Gastsolistin (Rundfunk- und Fernseh- sowie CD-Produktionen) bei RTV-Novi Sad. Darüber hinaus moderierte R. G. verschiedene ORF-Sendungen und fungierte als Jurymitglied beim Internationalen Nico-Dostal Gesangswettbewerb und bei Yamaha Orgelwettbewerben. Mitbegründerin von Animal Care Austria (2006), Gründerin und Vorstand von Animal Care International (2010).


Ehrungen
Mehrfache Preisträgerin bei Jugend musiziert.
Werke
rund 50 Tonträger (CD Standards Classics instrumental); zahlreiche Einspielungen für verschiedene Rundfunkstationen (sowohl E- als auch U-Musik).
Literatur
O. Fritz (Hg.), K. G. Mein Lebenslied 2005; www.karlgrell.com (5/2008); www.animalcare-international.org (9/2017); Mitt. R. Grell (9/2017).

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Grell, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 18/09/2017]